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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2017 | 18:36 Uhr

Itzehoe : Prokon: Krisentreffen mit Minister

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wirtschaft-Ressortchef Reinhard Meyer informiert sich beim vorläufigen Insolvenzverwalter des Windkraft-Finanzierers.

shz.de von
erstellt am 24.Jan.2014 | 13:34 Uhr

Itzehoe | Verhaltener Optimismus. Beim vorläufigen Insolvenzverwalter, beim Wirtschaftsminister, beim Bürgermeister, beim Landrat. Ihr Thema gestern im Kreishaus in Itzehoe (Kreis Steinburg): der Insolvenzantrag der Firma Prokon.

Der vorläufige Insolvenzverwalter  Dietmar Penzlin informierte über den Stand des Verfahrens, keine 48 Stunden nach dem Antrag. Erst einmal müsse sich Penzlin in den kommenden Wochen mit seinem Team Klarheit verschaffen, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) hinterher. „Das ist eine wichtige Phase.“ Es gebe „noch nicht so viele Informationen“ – doch das Treffen gestern sollte zeigen, dass sich Land, Kreis und Stadt um das Thema kümmerten und die Beschäftigten nicht allein ließen, so Meyer. Konkrete Hilfen für das Unternehmen könne es vom Land nicht geben, der Informationsaustausch aber solle weiterlaufen. In einem Monat ist das nächste Treffen geplant.

Auch Penzlin begrüßte das Treffen, an dem zusätzlich Vertreter von Wirtschaftsförderungsgesellschaften, der Agentur für Arbeit und dem DGB teilnahmen. Konkrete Aussagen zu den Arbeitsplätzen seien zu diesem Zeitpunkt unredlich, so der Jurist. 480 Beschäftigte, davon rund 300 am Standort Itzehoe, hat die Prokon Regenerative Energien GmbH, die den Insolvenzantrag gestellt hat. Zuvor hatten zu viele der insgesamt 75.000 Genussrechtsinhaber gekündigt. Penzlin zeigte sich „optimistisch, dass wir insbesondere im Kernbereich Wind weiter guten Mutes sein können“. Das Wichtigste sei, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren. Ob Windkraftanlagen verkauft werden, steht trotz erster Interessensbekundungen nicht fest, aber Liquidität schaffe der Windbereich mittelfristig auch ohne Veräußerungen: „Die Windräder drehen sich ja.“

Auch andere Geschäftsbereiche der Prokon Regenerative Energien müssten auf ihre Tragfähigkeit untersucht werden, sagte Penzlin. Vergleichbare Insolvenzanträge im Rest der Prokon-Gruppe seien derzeit nicht zu erwarten, erläuterte er mit Blick auf Töchter und Beteiligungen wie das Pflanzenöl-Werk in Magdeburg und die Holzindustrie Torgau. Insgesamt hat die Gruppe 1300 Mitarbeiter.

Erneut betonte der vorläufige Insolvenzverwalter, dass im jetzigen Verfahren kein Kapital aus Genussrechten zurückgezahlt werden könne. Das gelte auch, wenn ein Insolvenzverfahren eröffnet werde. Ob die Voraussetzungen bei Forderungen aus Genussrechten erfüllt sind, prüfen mehrere Rechtsprofessoren. Bis Ende April ist der Lohn der Mitarbeiter durch die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes gesichert. Für Januar hatte Prokon noch gezahlt.

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