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Insolvenzverwalter Penzlin : Prokon: „Die Sanierung macht große Fortschritte“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Beim Windenergie-Unternehmen laufen die Geschäfte wieder besser. Um die Forderungen der Gläubiger zu bedienen, wird es wohl dennoch nicht reichen.

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erstellt am 17.Feb.2015 | 13:17 Uhr

Itzehoe | Neuigkeiten vom insolventen Windenergie-Unternehmen Prokon aus Itzheoe: Bis Mitte 2015 will Dietmar Penzlin das Insolvenzverfahren für die Prokon Regenerative Energien GmbH abschließen. „Die Sanierung macht große Fortschritte“, erklärt der Insolvenzverwalter in einer Mitteilung.

Diese konzentriert sich auf die Kernbereiche: den Betrieb von bestehenden und die Projektierung neuer Windparks sowie Strom für Endkunden. „Die drei Kerngeschäftsfelder sind mittlerweile vollständig stabilisiert“, erklärt Penzlin. Neue Rotoren für zwei vorhandene deutsche Windparks seien finanziert worden. Für neue Windparks würden im Laufe des Jahres „zahlreiche Genehmigungen“ erwartet. Der Kundenkreis für die Stromversorgung sei stabil, und er solle nach der Konsolidierung erweitert werden. Hohen Anteil an den Erfolgen habe die Prokon-Belegschaft mit ihrem „außerordentlichen Einsatz“, betont Penzlin.

Zudem naht offenbar der Verkauf von Geschäftsfeldern, von denen sich der Insolvenzverwalter trennen will. Beim Biodiesel, den Wäldern und der firmeneigenen Windkraftanlage P3000 gebe es „erhebliche Erfolge“, sagt Penzlin, ohne ins Detail zu gehen. Das Holzpaletten-Werk in Torgau könne voraussichtlich in diesem Jahr mit den von Prokon finanzierten Investitionen nachhaltige Fortschritte in der Produktion erzielen: „Diese sind Voraussetzung für die Rückzahlung der Kredite an Prokon.“

Doch all das reiche bei weitem nicht, um die Forderungen der Gläubiger zu bedienen. Prokon hatte bei 75.000 Anlegern rund 1,5 Milliarden Euro eingesammelt, viele hatten ihre Genussrechte gekündigt. „Daher müssen Eigen- und Fremdkapital restrukturiert werden“, sagt Penzlin.

Ziel ist ein Insolvenzplan, der in zwei Varianten vorbereitet wird: In der einen beteiligen sich die Inhaber von Genussrechten an einer Prokon-Genossenschaft und verzichten auf eine Barauszahlung. Die Bereitschaft dazu war in einer unverbindlichen Umfrage groß. Viele wollten sich aber erst entscheiden, wenn ihnen die wirtschaftliche Alternative bekannt sei, so Penzlin. In der zweiten Variante des Insolvenzplans werden die Prokon-Anteile an einen Investor verkauft. Die Folge: Geld für die Genussrechtsinhaber.

„Wichtig ist, dass Prokon in beiden Varianten im Rahmen eines Insolvenzplans saniert und dauerhaft fortgeführt wird“, sagt Penzlin. Sie werden parallel verfolgt. Anfang Mai will er sie beim zuständigen Itzehoer Amtsgericht einreichen. Zur Jahresmitte ist die zweite Gläubigerversammlung in den Hamburger Messehallen geplant. Wenn sie den Insolvenzplan bestätigt, wird das Insolvenzverfahren aufgehoben.

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