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Norddeutsche Rundschau

22. August 2017 | 07:49 Uhr

WIndenergie : Prokon: Alles auf dem Prüfstand

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Es besteht Hoffnung auf eine Zukunft des Unternehmens Prokon. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer kündigt Hilfe an: Das Land will mit Geld und Knowhow den Wirtschaftsstandort Itzehoe stärken.

Es ist ruhig geworden um die Windenergiefirma, seit Prokon Ende Januar Insolvenzantrag beim Amtsgericht Itzehoe gestellt hat. Doch hinter den Kulissen wird hart an der Zukunft des Unternehmens gearbeitet. Das wurde gestern bei einem Treffen im Kreishaus deutlich, bei dem unter anderem Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Penzlin, Landrat Torsten Wendt, Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen sowie Vertreter aus der Wirtschaftsförderung die Lage besprachen.

Alle Beteiligten bemühen sich um Optimismus. „Es ist gelungen, das Unternehmen zu stabilisieren“, sagte Penzlin. „Das ist ein erster Erfolg.“ Er sei mit einem „umfangreichen Team unter Hochdruck“ dabei, in enger Abstimmung mit dem Insolvenzgericht eine Bestandsaufnahme zu erstellen. Das Ziel sei, alle Geschäftsfelder – von der Projektierung und Herstellung von Windanlagen bis zum Stromhandel – aufrecht zu erhalten.

Doch es gebe derzeit noch keinerlei Prognose, wie das Gericht entscheiden werde, ob es überhaupt zu einem Insolvenzverfahren kommt. Diese Entscheidung wird Anfang Mai erwartet. „Aber selbst wenn das Verfahren eröffnet wird, gibt es sehr gute Sanierungsinstrumente“, so Penzlin. „Auch in der Insolvenz ist eine Fortführung möglich.“

Der Insolvenzverwalter lobte die gute Kooperation mit der „sehr motivierten Belegschaft“. Die Situation sei natürlich angespannt. „Aber die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut. Die Tatsache, dass wir den Betrieb fortführen, ist der intensiven Zusammenarbeit geschuldet.“

Es sei „noch lange nichts entschieden“, betonte auch Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). Es werde von Penzlin und seinem Team gute Arbeit geleistet, um eine vernünftige Entscheidung vorzubereiten – so müssten alleine mehr als 200 Windkraftanlagen bewertet und auch die Entwicklungsfähigkeit des Unternehmens eingeschätzt werden. Wichtig sei die Botschaft an die Beschäftigten: „Die Löhne und Gehälter sind bis Ende April gesichert.“

Viele Bereiche des Betriebs, etwa die Entwicklung von Windanlagen, seien für Itzehoe sehr wichtig. „Das sind innovative Ansätze, die wir gerne erhalten möchten“, so Meyer. Regelmäßige Treffen seien wichtig, um Informationen auszutauschen. Ein weiteres ist Anfang April geplant. „Wir wollen über mehr als nur das Thema Prokon reden. Wir wollen vor dem Hintergrund Prokon und Prinovis in die Zukunft blicken und schauen, wie wir dem Standort Itzehoe weiterhelfen können – mit Geld und Knowhow.“ Es gehe um „ein klares Konzept für den Standort“. Denn der sei „besser, als er in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird“.

Auch Landrat Torsten Wendt zeigte sich optimistisch: „Prokon kann eine Zukunft haben.“ Es sei keine „typische Insolvenz“, da das Unternehmen eine große Zukunftsfähigkeit besitze. Gerade mit Blick auf die Energiewende biete Prokon einen „sehr wichtigen Baustein“. Er sei „überzeugt, dass Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, eine Zukunftsperspektive haben“.

Dem schloss sich Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen an. „Es besteht leichter Optimismus, dass man das Unternehmen im Kern fortführen kann. Es gibt bislang keine Hinweise darauf, dass das nicht mehr möglich sein sollte.“

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erstellt am 27.Feb.2014 | 05:00 Uhr

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