Projekttage: Flagge für Flüchtlinge

Schüler und Lehrer engagierten sich bei Projekttagen mit dem Thema „Flagge zeigen für Flüchtlinge“.
Schüler und Lehrer engagierten sich bei Projekttagen mit dem Thema „Flagge zeigen für Flüchtlinge“.

Gemeinschaftsschule setzt sich mit allen Klassen für die Überwindung von Diskriminierung und Rassismus ein

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14. Juli 2015, 11:32 Uhr

„Flagge zeigen für Flüchtlinge“ – mit viel Begeisterung, Fantasie und Engagement setzten Schüler der Gemeinschaftsschule mit Oberstufe (GMSmO) das Thema ihrer Projekttage um. Neben den Arbeiten in den Klassenzimmern beeindruckte der freiwillige Marsch durch die Stadt. Ein bunter Zug von rund 800 Schülern und Lehrern bewegte sich über die Straßen der Innenstadt zum Marktplatz. Mit selbst verfassten Reden setzten Schüler dort vor dem Hintergrund weltweiter Kriege und Krisen sowie steigenden Flüchtlingszahlen ein Zeichen für ein friedliches Miteinander (wir berichteten).

„Es ist wichtig, dass so etwas von Schülern kommt“, ist Jan-Eric (18) überzeugt. Er gehörte zu den Sprechern auf dem Marktpatz-Podium und stellte überrascht fest, dass von Klein bis Groß alle ganz Ohr waren. „Alle haben zugehört, das war ein großartiges Gefühl der Gemeinschaft“, stellt der Zwölftklässler fest. Von einem „Hammereffekt“ der Verbundenheit sprechen auch Milena und Paula (15). Eine Schülerschaft, die ohne Grüppchenbildung geschlossen zu einem Thema stand, das fanden beide ganz toll.

Als Angehörige des Schulnetzwerks „Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage“ setzt die GMSmO sich für die Überwindung von Diskriminierung und Rassismus ein. „Dies ist kein Titel für geleistete Arbeit, sondern ein Selbstverpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft“ erklärt Schulleiter Gerd Christian Thielmann.

Im Gespräch mit Schülern verschiedener Klassenstufen wird deutlich, wie der Anspruch in der Praxis der Projekttage umgesetzt wurde. Janina, Svea, und Fabian (alle 12 Jahre) aus der 6 b berichten von ihrem selbst geschriebenen und in Szene gesetzten Rollenspiel nach dem Buch „Neben mir ist noch Platz“ von Paul Maar. „Jetzt weiß ich viel besser, warum Flüchtlinge kommen“, sagt Fabian.

Dennis und Kathrin (beide 13) und ihre Mitschüler aus der 7 c legten den Fokus auf Rassismus im Fußball. Recherchetiefe bewies das Projekt der 9 b zur Verfolgung der religiösen Minderheit der Jesiden durch die Terrormiliz IS. „Wir haben auch Pegida-Aussagen kritisch hinterfragt und Karikaturen gezeichnet“, sagt Kyle (15). Filmisch setzten sich Schüler der 11 a und b mit dem Flüchtlingsthema auseinander. „Über den offenen Kanal in Kiel konnten wir mit Profiausrüstung arbeiten“, erklärt Kolja (17). Interviewpartnerin Avesta (17) stand Rede und Antwort zur Situation von Familien mit Migrationshintergrund. „Wir hoffen, das Video beim Friedenstag im September zeigen zu können.“

Über Basketball und Küchengenuss näher kamen sich Zehntklässler und neun- bis 17-jährige DaZ (Deutsch als Zweitsprache)- Schüler. „Sprachbarrieren spielten keine Rolle“, erklärt Sabrina (16). Zu kurzzeitiger Schnappatmung hätten nur die superscharfen ausländischen Gerichte geführt, grinst Lukas (16). Jaqueline (20) erzählt begeistert von ihrer bereits seit März bestehenden freiwilligen Tätigkeit als Sprachlehrerin und dem Nebeneffekt des Kulturaustauschs beim wöchentlichen Treffen mit einem afghanischen Mädchen aus der DaZ-Klasse.

Fazit am Ende der Projekttage von Schülern, Lehrern und Schulleiter: „Wir gehen gemeinsam in die richtige Richtung.“ Regie führten die Lehrer Hagen Stolp, Petra Meyer, Sven-Eric Leisner und Lena Grelck, unterstützt wurden sie von der Stadtbücherei, der Stadtjugendpflege sowie der örtlichen Flüchtlingsinitiative.


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