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Zusammenarbeit : Projekte für mehr Lebensqualität

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Itzehoer Verein „Zukunft durch Sonne“ organisiert 2018 eine weitere Reise nach Tansania.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Regionalen Berufsbildungszentrum Steinburg (RBZ) und der Secondary School Kiumako fördern hat sich der Itzehoer Verein Tansania Zukunft durch Sonne auf die Fahnen geschrieben. Intensiv ist inzwischen der Kontakt zwischen den Schulen, alle zwei Jahre erfolgt eine Projektreise ins tansanische Mrimbo. Im Februar 2012 errichteten Schüler und Lehrer des RBZ an der vom Kellinghusener Verein Rafiki aufgebauten Secondary School eine Photovoltaikanlage für verlässlichere Stromversorgung. 2014 folgte eine weitere Gruppe und baute eine Zisterne, um Regenwasser in sauberes Trinkwasser verwandeln zu können. 2016 stand die Systemtechnik im Mittelpunkt des Aufenthalts – und in 2018 geht es weiter: Im Mittelpunkt der Reise vom 25. Januar bis 8. Februar des nächsten Jahres wird ein Sanitärprojekt stehen. Hinzu kommen weitere Elektroarbeiten und Unterricht in Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Was genau die 16 RBZ-Schüler und drei Lehrer um den Vereinsvorsitzenden Hartmut Thalmann in diesen zwei Wochen vor Ort auf die Beine stellen werden, erläuterten sie bei einem Treffen mit einer dreiköpfigen Delegation aus Tansania: Bauunternehmer Elimsu Towo, dessen Tochter Upendo Towo und Kiumako-Mitarbeiterin Pracseda Uisso sind zurzeit in Kellinghusen zu Gast und besuchten das Berufsbildungszentrum in Itzehoe. Dessen Schüler und Lehrer halfen bereits durch ihre Arbeitsprojekte, die Lebensbedingungen in Mrimbo deutlich zu verbessern. „Die Stromgewinnung durch Solarenergie ist sehr wichtig für uns“, sagt Pracseda Uisso. Vorher gab es nur stundenweise Elektrizität, jetzt durchgängig. Die Betreuung der Solaranlage sei nicht einfach, auch da sei die weitere Hilfe aus dem Kreis Steinburg notwendig. „Es ist ein Lernprozess für beide Seiten“, meint Hartmut Thalmann. Für die Schüler, die aus den Bereichen Elektrotechnik, Sanitär-Heizung-Klima, Berufsfachschule und Fachoberschule Technik kommen, bedeutet dieses freiwillige Projekt die Möglichkeit, Anlagen zu errichten, die unter ganz anderen klimatischen Bedingungen laufen müssen als zu Hause. So werden sie im Januar Elektroinstallationen in neuen Gebäudeteilen vornehmen, aber auch die Photovoltaikanlage aus dem Jahr 2012 warten und die vorhandene Elektroinstallation instandsetzen. Im Sanitärprojekt geht es um das Anbringen neuer Regenrinnen und Fallrohre an das Schuldach und den Anschluss an die Regenwasserzisterne. Das Pumpensystem soll instand gesetzt werden, und die Sanitäranlagen sollen an die Zisterne angeschlossen werden. Dass Wasser für die Menschen in Tansania ein kostbares Gut ist, betont Procseda Uisso. Sie hätten zwar viel Regen, aber eben auch längere Trockenperioden. Stolz erzählt sie, dass nun durch die Zisternen das Wasser gespeichert und die Schule gut versorgt werde. Werde in der Umgebung das Wasser knapp, könnten auch die Nachbarn kommen, um sich das lebenswichtige Nass zu holen. „Die ganze Nachbarschaft profitiert davon“, fügt Pracseda Uisso stolz hinzu. Die Zisternen können 45  000 Liter Wasser aufgefangen, ergänzt Lehrer Manfred Sallach. Wasser für ein halbes Jahr, das aber auch über diesen Zeitraum sauber gehalten werden müsse. Wie das umzusetzen ist, ist die Herausforderung für die Menschen vor Ort. Ihnen wird vermittelt, wie die Wasserqualität kontrolliert wird, wie Lehrer Harm Kahlke unterstreicht. Auch hier muss die Hilfe zur Selbsthilfe nachhaltig umgesetzt werden.

„Wir wollen das Projekt auf Augenhöhe mit unseren Partnern durchführen“, so Hartmut Thalmann. Projektpartner sind in Tansania neben der Secondary School das Bauunternehmen Towo und die vier Kirchengemeinden der Region. Lehrer Robert Bartsch stimmt Thalmann zu und betont den Sinn dieser Kooperation, die für alle Beteiligten ein Gewinn sei. Denn nicht zuletzt seien es auch die Begegnungen, die das Projekt so besonders machen. Geplant ist, dass die RBZ-Schüler mit den tansanischen Jugendlichen den dortigen Schulalltag erleben, gemeinsam kochen, die Schule gestalten helfen, einen Schulgarten anlegen und bei gemeinsamen Aktionen Spaß haben. Nicht zuletzt bei der Wanderung zu den Wasserfällen der Region am Fuße des Kilimandscharo.

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erstellt am 15.Jul.2017 | 18:00 Uhr

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