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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 03:02 Uhr

Projekt für Wohnen und Arbeiten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Glückstädter Werkstätten stellen Pläne für neue Niederlassung auf dem ehemaligen Wandmaker-Gelände in Wilster vor

shz.de von
erstellt am 17.Jun.2016 | 15:41 Uhr

Wenn alles nach Plan läuft, weihen die Glückstädter Werkstätten im Sommer 2018 einen neuen Ableger in Wilster ein. Was bis dahin auf dem verwaisten Gelände des ehemaligen Wandmaker-Supermarktes in der Neuen Burger Straße entstanden ist, stellten Geschäftsführer Emanuel Gaenslen und seine für das Projekt zuständige Mitarbeiterin Silke Dibbern-Voß jetzt im Bauausschuss der Stadt Wilster vor.

„Es gibt in der Wilstermarsch etliche Menschen mit Handicaps, und wir sind in vielen Betriebsteilen überbelegt“, begründete Gaenslen die Notwendigkeit für einen weiteren Ableger des breit aufgestellten Unternehmens mit Niederlassungen in Glückstadt, Itzehoe, Horst und Elmshorn. „Ein weiterer Standort wird vielen Menschen mit Behinderung die Teilhabe am Arbeitsleben in der Nähe ihres Wohnorts ermöglichen.“ Thomas Ritscher vom Elmshorner Architektenbüro GRS, das auch bereits Projekte in Glückstadt betreut, stellte den Stand der Planungen vor, die in aufgelockerter Bauweise drei Komponenten beinhaltet: ein Werkstattgebäude für rund 60 Mitarbeiter, eine Tagesförderstätte, in der etwa 20 Menschen mit Schwerst- und Mehrfachbehinderung eine Tagesstruktur erhalten und vorhandene Fähigkeiten weiterentwickeln sowie im Obergeschoss 23 barrierefreie Wohnungen insbesondere für Einzelpersonen mit geringem Einkommen.

Die in der Wilstermarsch vor allem durch ihr langjähriges Engagement im Verein Jugend und Beruf bekannte Silke Dibbern-Voß wird als neue Mitarbeiterin der Glückstädter Werkstätten das Wilster-Projekt begleiten. In der geplanten Werkstatt, so erläuterte sie, sollen vor allem Ausbildung und Textilverarbeitung angeboten werden. Hinzu komme ein umfangreicher Bereich für Montage und Konfektionierung als Auftragsarbeiten – unter anderem von Pralinen-Wagner in Brunsbüttel. „Wir haben in Wilster ja leider das Café Egge nicht mehr“, hat sie auch schon eine Marktlücke erkannt, die von den Werkstätten mit einer kleinen Konditorei und einem angeschlossenen Bistro geschlossen werden könnte. „Vieles wird sich erst entwickeln“, sieht Silke Dibbern-Voß am Standort Wilster mit seiner zentralen Lage zur Innenstadt gutes Potential. Geplant ist übrigens auch ein Gartenbereich mit dem Anbau von Gemüse und Kräutern für den eigenen Bedarf.

Die Umsetzung der Pläne der Glückstädter Werkstätten machte Gaenslen auch von der Zustimmung der städtischen Gremien abhängig. Da musste er sich in Wilster keine Sorgen machen. Im Bauausschuss wurde er schon einmal mit offenen Armen empfangen. Letztlich fehlt jetzt noch endgültig grünes Licht vom zuständigen Sozialhilfeträger. Er rechnet mit einem Bescheid bis Ende Juli. Baubeginn wäre dann im nächsten Frühjahr. Die Glückstädter Werkstätten sind damit weiter auf Expansionskurs. Die Einrichtung der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie betreut, begleitet, beschäftigt und qualifiziert an seinen bisherigen vier Standorten 710 Menschen mit geistigen, körperlichen oder psychischen Behinderungen. Mit 280 Fachkräften gehören die Werkstätten zu einem der großen Arbeitgeber in der Region.

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