zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 04:01 Uhr

Regionalschule : Profile für mehr Lust am Lernen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach dem neuen Schulgesetz bereitet sich die Regionalschule auf die Umwandlung zur Gemeinschaftsschule vor.

von
erstellt am 09.Feb.2014 | 15:00 Uhr

Mehr Chancengleichheit durch gemeinsames Lernen – mit dem neuen Schulgesetz, das im August dieses Jahres in Kraft tritt, werden Schüler der Sekundarstufe nur noch in zwei Schularten unterrichtet: Gemeinschaftsschule oder Gymnasium. Schulen, die bisher nach dem Regionalschulmodell unterrichtet haben, werden entweder in Gemeinschaftsschulen umgewandelt oder aufgelöst. Auch die Regionalschule in Glückstadt ist davon betroffen. Hier sieht man dem neuen Gesetz jedoch gelassen entgegen. Denn die Umwandlung zur Gemeinschaftsschule ist hier schon lange in Planung.

„Wir hätten uns so oder so dafür entschieden“, sagt Schulleiterin Claudia Siebert. Schon bei ihrem Amtsantritt im vergangenen Sommer war klar: Der Wechsel zur Gemeinschaftsschule wird kommen. „Die Frage für uns war nicht ob, sondern wann“, so die Leiterin. Bis zum kommenden Schuljahresbeginn im August wird zumindest das Grundgerüst für die Klassen 5 und 6 stehen – „für die Einzelheiten ab Jahrgang 7 können wir uns ja noch ein bisschen Zeit lassen“, so Siebert. Denn während die abgehenden Grundschüler künftig nur noch nach neuem Modell eingeschult werden, läuft für die jetzigen Regionalschüler, die bisher in zwei Leistungsniveaus unterrichtet wurden, das alte Modell voraussichtlich bis zum Abschluss aus.

Statt eines Haupt- oder Realschulabschlusses können Fünftklässler ab dem Sommer dann den ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (nach neun Jahren) oder den Mittleren Abschluss (nach zehn Jahren) erwerben. Für das Abitur ist der Wechsel auf ein Gymnasium nötig. Außerdem sollen die Klassenstufen fünf und sechs in Profile eingeteilt werden. Grundschüler können sich dann entscheiden, ob sie nach der vierten Klasse lieber ein Sportler-, ein Musiker-, ein Künstler- oder ein Forscher-Profil besuchen wollen. Das fördere nicht nur die individuellen Stärken, sondern auch die Motivation. „Kinder lernen einfach viel lieber nach Neigung und identifizieren sich dadurch auch ganz anders mit ihrer Schule und ihrer Klasse“, ist sich die Pädagogin sicher. Denn der Trend gehe ganz klar zu einem größeren Stellenwert der Schule. „Wir wollen deshalb nicht nur Lern-, sondern auch Lebensraum schaffen“. Ab der siebten Klasse wird es dann mit einem vierstündigen Wahlpflichtunterricht weitergehen, der die spätere Voraussetzung für eine eventuelle Versetzung in die Oberstufe bildet. Ob es in Zukunft eine Niveaustufen-Unterteilung geben wird oder nicht, ist indes noch unklar. „Die Einzelheiten müssen noch geklärt werden. Wir testen im Moment viele verschiedene Möglichkeiten aus“, so Siebert.

Neu ist die Idee des gemeinsamen Lernens bis zur zehnten Klasse für Claudia Siebert nicht – schon an der Erich Kästner Gemeinschaftsschule in Elmshorn konnte sie viele Erfahrungen in dem Bereich sammeln. Und sieht darin klare Vorteile: „Jeder kann von den anderen profitieren, auch die Sozialkompetenz verbessert sich dadurch“, weiß sie. Die Angst vieler Eltern, dass begabte Kinder bei diesem Modell auf der Strecke bleiben, sei weitgehend unbegründet, solange im Unterricht verstärkt auf Binnendifferenzierung geachtet wird und das Förder- und Forderkonzept stimmig ist.





zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen