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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 01:17 Uhr

Produktiver Besuch in der Apotheke

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wewelsflether Grundschüler durften eigene Creme anrühren

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2014 | 08:07 Uhr

Wir, die Kinder der 4. Klasse der Grundschule Wilstermarsch, Standort Wewelsfleth, haben die Stadt-Apotheke in Glückstadt besichtigt.

Als erstes wurden wir vom Inhaber Stephan Schmult begrüßt und in kleine Gruppen aufgeteilt. Anschließend wurden wir von ihm und seiner Mitarbeiterin Dagmar Noetzel durch den Verkaufsraum, das Labor, das Notdienstzimmer und das Lager geführt und trafen uns danach alle in einem Raum im zweiten Stock, in dem sich eine sehr alte Apothekeneinrichtung befindet. Stephan Schmult zeigte uns Gefäße, Hand- und Balkenwaagen, Zäpfchenformen und Korkenverschlüsse, die früher verwendet wurden. So erfuhren wir etwas über die Arbeitsweise einer Apotheke vor circa 350 Jahren.

Danach erklärte uns der Apotheker, wie eine Salbe hergestellt wird. Nachdem wir uns Einmalhandschuhe angezogen hatten, durften wir selber eine Creme anrühren: Zuerst wogen wir etwas Creme ab. Dann gaben wir sechs Gramm Harnstoff hinzu, der vorher mit einem Mörser zu feinem Pulver zerkleinert wurde. Anschließend haben wir noch einmal Creme und einen Duftstoff dazugegeben. Diese Mischung kam in ein Salbenrührgerät und musste 15 Minuten gerührt werden.

In dieser Zeit machten wir eine Riechprobe. Es mussten Tees wie Kamille, Kümmel, Fenchel, Baldrian, Süßholz und Salbei erkannt werden. Dies war gar nicht so einfach.

Bevor die Salbe fertig war, konnten wir Stephan Schmult noch Fragen stellen. Wir erfuhren, dass die Apotheke 1633 von Caspar Rumpf gegründet und zwischen 1660 und 1670 in dieses Haus verlegt wurde. Außer dem Apotheker arbeiten zurzeit noch zwei PKAs (Pharmazeutisch-Kaufmännische Angestellte) in der Apotheke. Die Apothekenräume müssen zusammen 110 Quadratmeter groß sein. Diese Apotheke hat mehr als zwölf Räume und ist ungefähr doppelt so groß.

Als wir Stephan Schmult fragten, welches das teuerste Medikament sei, meinte er, dass es mehrere sehr teure Medikamente gebe. Ein sehr teures Mittel, welches er schon verkauft habe, kostete 20 000 Euro. Eines der billigsten Medikamente (Paracetamol) gebe es hingegen schon für 0,60 bis 1,95 Euro – je nach Apotheke und Herstellerfirma. Paracetamol sei auch das Medikament, welches am meisten verkauft werde.

In der Stadt-Apotheke gibt es über 8300 Arzneimittelpackungen. Ist ein benötigtes Arzneimittel nicht vorrätig, so wird es bestellt und ist meist schon am Nachmittag des gleichen Tages da. Die meisten Medikamente werden bei zwei verschiedenen Großhändlern für Arzneimittel in Hamburg und Itzehoe besorgt. Einige Medikamente wie zum Beispiel Salben oder spezielle Lösungen werden von Stephan Schmult eigenhändig im Labor hergestellt.

Am Ende unseres Besuches bekamen wir von Stephan Schmult unsere selbst hergestellte Creme in kleine Salbendosen abgefüllt. Wir konnten zwischen drei verschiedenen Sorten (Vanille, Lemongras oder Lavendel) eine auswählen.

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