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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 02:47 Uhr

Druckerei : Prinovis: Was wird aus der Fläche?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ein Netzwerk kümmert sich gemeinsam um die Vermarktung des Itzehoer Geländes. Der Bürgermeister fordert eine Räumung des Areals, um es verwerten zu können.

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erstellt am 02.Jan.2014 | 11:45 Uhr

Itzehoe | Das Thema beherrschte das Jahr 2013 in der Stadt – und es wird auch 2014 im Mittelpunkt stehen: Die Schließung der Itzehoer Druckerei Prinovis. Bis 30. April läuft die Produktion in der Tiefdruckerei schrittweise aus, die Abwicklung des Standorts wird sich noch bis ins Jahr 2015 ziehen. Und was danach kommt, treibt Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen schon jetzt die Sorgenfalten auf die Stirn – denn was aus dem 20 Hektar großen Gelände zwischen Voßbarg und Störfischerstraße wird, steht noch völlig in den Sternen.

„Wir stehen über die Zukunft des Geländes im Dialog mit Vertretern der Stadt Itzehoe, der Wirtschaftsförderungsverbände und des Wirtschaftsministeriums des Landes Schleswig-Holstein“, erklärt Unternehmenssprecher Alexander Adler auf Nachfrage. „Darüber hinaus hat ein professioneller Industrie-Immobilienverwerter ein Gutachten angefertigt, welches die Vermarktung und weitere Entwicklung des Geländes unterstützen wird. Weitergehende Bewegung gibt es derzeit nicht.“

Es werde im Hintergrund durchaus an dem Thema gearbeitet, bestätigt Koeppen. Das Gutachten solle im Januar vorliegen, außerdem gebe es regelmäßige Treffen beim Bürgermeister, an denen neben Prinovis-Vertretern unter anderem auch Mitarbeiter der Agentur für Wirtschaftsförderung und Technologietransfer in Schleswig-Holstein (WTSH), der egeb:Wirtschaftsförderung und des Wirtschaftsministeriums sowie Professor Dr. Ralf Thiericke vom IZET teilnehmen. „Wir haben ein Netzwerk hergestellt und beratschlagen, was man realistisch betrachtet mit der Fläche machen kann“, so Koeppen. Dabei schwebt über allem ein Satz, der Horrorszenario und Mahnung zugleich ist: „Es darf kein zweites Alsen geben!“

Das habe Prinovis-Chef Dr. Bertram Stausberg der Stadt versprochen, erinnert Koeppen. „Und weil wir ihn als verlässlich einschätzen, nehmen wir diesen Ball auf. Wir wollen gemeinsam mit möglichst vielen Beteiligten versuchen, das Areal zu vermarkten.“ Die Stadt könne dabei nicht der stärkste Partner sein. „Aber wir können uns als Kommunikator vor Ort einbringen, unsere Kontakte nutzen.“ Es habe durchaus schon Gespräche mit „potenziell Interessierten“ gegeben, bislang aber ohne Ergebnis. WTSH und egeb seien als Experten auf diesem Gebiet mit im Boot und „halten alle Augen offen“.

Doch letztlich könne man sich nur dann um die Fläche kümmern, wenn die auch in einem verwertbaren Zustand ist. Und das hänge an Prinovis, beziehungsweise dessen Hauptgesellschafter, dem Bertelsmann-Konzern. An den hat Koeppen deshalb klare Forderungen: „Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand das gesamte Gelände samt der Gebäude kauft, ist nicht sehr hoch – und es darf nicht sein, dass womöglich ein Strohmann eingesetzt wird“, sagt er. „Letztlich fordern wir deshalb die Räumung der Fläche. Nur dann können wir ein Konsortium bilden, das versucht, das Ding wieder in die Gänge zu bekommen.“

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