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Itzehoe : Prinovis-Gelände: Millionenprojekt im Aufbau

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Logistikzentrum für China-Handel startet – trotz Notunterkunft

Mit so viel Leben auf dem früheren Prinovis-Gelände nach so kurzer Zeit hatte er nicht gerechnet. Und erst recht hatte Investor Gustav Jürgen Tietje es nicht so geplant. Wo ein Logistikzentrum für den Warenaustausch mit China entstehen soll, ist erst einmal eine Notunterkunft für Hunderte Flüchtlinge eingerichtet worden. Aber nur auf einem Teil des Geländes, den Rest nutzt Tietje wie vorgesehen: „Das läuft ganz planmäßig unverändert weiter.“

Die nächsten Schritte: Beim China Logistic Center (CLC) ist mit Holger Scheibel ein Geschäftsführer hinzugekommen, auch eine Chinesin wurde eingestellt für den täglichen Kontakt mit den Partnern im Reich der Mitte. Und am 10. Oktober zeigt sich die CLC dort selbst: In der Boomstadt Shenzhen direkt bei Hongkong findet eine Logistikmesse statt. Das Ziel lautet: „Wir wollen intensiv Handel mit China betreiben über die Plattform Itzehoe.“ Und zwar in beide Richtungen.

Bei den Waren sei dabei alles möglich, zudem solle über die zusammen mit der CLC gegründete CTC Handelsgesellschaft den Firmen ein Weg zu Geschäften mit China geboten werden, die sonst nicht die direkte Möglichkeit dazu hätten. Die jüngsten Probleme in China machen dem Investoren wenig Sorgen: In der Wirtschaft gebe es immer ein Auf und Ab. Und die Kontakte mit dem Joint-Venture-Partner Sichuan Weijing Logistics Group, angesiedelt in einer Region mit 300 Millionen Menschen, liefen wie vereinbart.

Das Projekt steht am Anfang. „Es muss da sicherlich noch sehr viel Arbeit investiert werden“, sagt Tietje, der langjährige Erfahrungen in der Logistikbranche mitbringt. Vor neun Jahren verkaufte der heute 64-Jährige die TTS-Spedition mit 4500 Mitarbeitern, blieb aber der Logistik verbunden. Sein Sohn Carsten (41) leitet das Soltau Logistic Center und ist ebenfalls CLC-Geschäftsführer.

Die erste Bewegung an der Gasstraße war zu sehen, als einige Gebäude abgerissen wurden. Diese seien ohnehin abgängig gewesen, außerdem sei man dem Wunsch des Bürgermeisters nachgekommen, nicht ein zweites Alsen entstehen zu lassen. In den noch leeren Hallen wird nach und nach je nach Bedarf die nötige Infrastruktur eingebaut, Tietje spricht von Investitionen in Höhe von fünf bis 20 Millionen Euro. Eine weite Spanne: „Es kommt darauf an, welche Arbeit hier hereinkommt.“ Schrittweise soll sich die Lagerfläche füllen. 70  000 Quadratmeter sind es insgesamt, ein Teil davon dient jetzt als Unterkunft für Flüchtlinge. Aus unternehmerischer Sicht ist Tietje die Miete willkommen. „Für CLC bleibt aber immer noch genügend Fläche.“

Vorgesehen ist, dass CLC in der Zukunft die gesamte Fläche bespielt. „Irgendwann im Frühjahr 2016“ soll der erste Lastwagen mit Ware anrollen. Ein eigener Fuhrpark ist nicht geplant, so werde die CLC für die benachbarte Spedition Sander kein Konkurrent, sondern eher Auftraggeber. Groß sei auch das Interesse, Partnerschaften mit regionalen Unternehmen aufzubauen, wie etwa Brunsbüttel Ports.

Wie viele Arbeitsplätze werden entstehen? Die Firmenchefs wissen es noch nicht, es hänge von der Ware ab: Werden nur Paletten bewegt oder wird kleinteilig gepackt? Derzeit sind es eine gute Handvoll Menschen, alles ehemalige Prinovis-Mitarbeiter, die sich um die Gebäude kümmern. „Wir haben über 100 Bewerbungen liegen“, sagt Gustav Tietje. Die Bewerber erhielten nur die Antwort, dass das Unternehmen darauf zurückkommen werde. „Alles andere ist unseriös.“



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erstellt am 07.Okt.2015 | 18:02 Uhr

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