auf jobsuche : Prinovis: Erste Erfolge bei der Vermittlung

Prinovis in Itzehoe.
Prinovis in Itzehoe.

Die ersten Beschäftigten der Itzehoer Prinovis-Druckerei finden neue Jobs. Doch Hunderte sind noch nicht versorgt.

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21. März 2014, 05:00 Uhr

Mehr als 120 Mitarbeiter von Prinovis haben bisher einen neuen Job gefunden. Viele davon in der Umgebung: „Die Region hat Großes geleistet“, sagte Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen. Doch ebenso klar wurde gestern nach einem Gespräch unter anderem mit Beteiligung von Arbeitsagentur, Landesregierung und Prinovis: Sehr viel ist noch zu tun.

Ende April ist Schluss in der Druckerei. Deutlich unter 500 der einst mehr als 600 fest angestellten Mitarbeiter – um diese ging es gestern primär – seien dort jetzt noch tätig, sagte Ronald Geist, Leiter der zuständigen Arbeitsagentur in Heide. Gut 100 werden für den Rückbau weiter beschäftigt, die anderen gehen zum 1. Mai für ein Jahr in eine Transfergesellschaft. Wirtschafts-Staatssekretär Ralph Müller-Beck richtete den Appell an alle Beteiligten, sich jetzt ernsthaft um eine Zukunftsperspektive zu bemühen: „Es ist heute der beste Zeitpunkt.“ Auch Geist betonte, dass die Vermittlung schwieriger werde, je länger die Beschäftigung her sei.

Die Nachfrage nach den Angeboten der Arbeitsagentur sei deutlich stärker geworden, als im Januar die Kündigungen rausgingen, sagte Geist. Fünf Berater sind im Werk tätig, bisher habe es fast 700 Einzelberatungen und rund 100 Bewerbungscoachings gegeben. Einzelne hätten sich selbstständig gemacht, rund 20 Mitarbeiter eine Umschulung angetreten: „Das Feld ist sehr bunt, bis zu Schornsteinfegern.“ Wichtig seien Flexibilität und Mobilität. Das unterstrich Koeppen, auch wenn er sich wünschte, dass möglichst viele Mitarbeiter in der Region bleiben können. Die Industrie- und Handelskammer helfe, indem sie Prüfungen und Qualifizierungen anbiete, aber auch Unternehmer auf den Pool an Prinovis-Mitarbeitern hinweise, sagte Dr. Paul Raab, Leiter der Elmshorner Zweigstelle.

Die Fläche versucht zunächst Prinovis selbst zu vermarkten. Koeppen will dafür nur ein „enges Zeitfenster“, etwa ein halbes Jahr, zugestehen und die Aussage aus der Chefetage im Blick behalten, dass kein zweites Alsen entstehen solle. Müller-Beck kündigte an, dass Wirtschaftsminister Reinhard Meyer im April Vertreter von Prinovis und Bertelsmann treffen werde.

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