Dammfleth : Preis für musikalisches Lebenswerk

Ist seiner alten Heimat noch immer verbunden: der in Dammfleth geborene Jazzmusiker und Professor Bernd Konrad.
Ist seiner alten Heimat noch immer verbunden: der in Dammfleth geborene Jazzmusiker und Professor Bernd Konrad.

Dammflether Jazz-Professor Bernd Konrad in Baden Württemberg ausgezeichnet.

Avatar_shz von
10. Dezember 2017, 08:00 Uhr

Der in Dammfleth geborene Bernd Konrad ist jetzt vom Land Baden-Württemberg mit dem mit 10 000 Euro dotierten Landesjazzpreis als Sonderpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Der Saxoponist, Klarinettist und Komponist war mit seiner Familie bereits im Alter von fünf Jahren nach Süddeutschland verzogen. Seine Verbundenheit zur alten Heimat hat er aber nie verloren, in regelmäßigen Abständen besucht er den Norden und dort noch lebende Angehörige.

Seine bei Kriegsende aus Ostpreußen geflüchteten Eltern waren in den Nachkriegsjahren zunächst in Dammfleth untergekommen. Im angrenzenden Landrecht lebte mit Altbauer Gerhard Schlemminger ein Verwandter der Familie. „Ich bin in der einstigen Schule zur Welt gekommen“, erinnert sich Konrad. Das war 1947. In Wilster fand Vater Fritz Konrad damals als Schneidermeister ein Auskommen, bevor es die Familie 1952 nach Konstanz an den Bodensee zog.

Schon in jungen Jahren konnte Bernd Konrad sein musikalisches Talent ausbauen. Er lernte Geige, Klarinette – und Saxophon, was sein Lieblingsinstrument werden und seinen Lebensweg entscheidend prägen sollte. Bernd Konrad machte sich schnell in der Jazzszene einen guten Namen, unternahm weitweite Studienreisen. 1983 trat er dabei sogar mit den New Yorker Philharmonikern in der Carnegie Hall auf. 1985 bekam Konrad zum Aufbau und für die Leitung eines Studiengangs für Jazz und Pop eine Professur an der Musikhochschule Stuttgart. Es folgten für seine Arbeit zahlreiche weitere Auszeichnungen und Platzierungen in einschlägigen Musik-Kategorien. Filmmusiken, Kompositionsaufträge und immer wieder Tourneen runden sein vielschichtiges Schaffen ab. Schon bei einem früheren Besuch in Wilster sprach Konrad von mehr als 180 Film- und Hörspielmusiken, die aus seiner Feder stammten.

Die baden-württembergische Kunststaatssekretärin Petra Olschowski sprach bei der Preisverleihung von einem „virtuosen Instrumentalisten und mutigen Avantgardisten aus der ersten Liga des europäischen Jazz“. Als leidenschaftlicher Hochschullehrer habe Konrad zudem Generationen von Jazz-Musikern maßgeblich geprägt. Mit rund 50 Tourneen in alle Welt sei er darüberhinaus ein kultureller Botschafter des Landes gewesen.

Um die Zukunft des Jazz macht sich der inzwischen 70-Jährige keine Sorgen. Bei seinem Studiengang gab es aktuell lediglich acht bis zehn zur Verfügung stehende Plätze – auf die aber weit mehr als 100 Bewerber kämen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen