Holocaust-Überlebende : Praktische Hilfe für Opfer

Der Verein Christen an der Seite Israels bietet Patenschaften für Holocaust-Überlebende an. Auch ein Itzehoer engagiert sich und wünscht sich Nachahmer.

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27. Januar 2015, 05:00 Uhr

Itzehoe | Es geht um Hilfe. Um Würde. Und um praktische Versöhnung. Deshalb hat Thomas Albrecht eine Patenschaft für Überlebende des Holocaust übernommen. Er wünscht sich viele Nachahmer.

Der 49-jährige Altentherapeut aus Itzehoe lebt seinen christlichen Glauben, engagiert sich in der Edendorfer Thomas-Gemeinde. Vor rund 15 Jahren lernte er den Verein Christen an der Seite Israels kennen: „Das hat mein Herz berührt.“ Seit gut zwei Jahren ist Albrecht Pate, was ab einem Monatsbeitrag in Höhe von 25 Euro möglich ist. Auf diese Möglichkeit will der Itzehoer am heutigen Aktionstag „Auschwitz70“ aufmerksam machen. 70 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers werden bundesweit Spenden für die „Aktion Würde und Versöhnung“ einer deutsch-israelischen Initiative gesammelt. Zudem wird auf das Schicksal von Holocaust-Überlebenden aufmerksam gemacht. Rund 350 000 gibt es weltweit noch, etwa die Hälfte davon leben in Israel – und 45 000 von ihnen an oder unter der Armutsgrenze. Viele weitere benötigten eine betreute Wohnumgebung oder psychologische Hilfe, so Albrecht. Einiges werde schon geleistet, doch der Bedarf sei noch viel größer. In Israel zu unterstützen, sei wichtig – „gerade für uns Deutsche“.

Der Verein Christen an der Seite Israels informiert regelmäßig über seine Arbeit. Die Hilfe fließt in einen allgemeinen Topf ohne direkte Beziehung zwischen Pate und dem Unterstützten: „Ein Gesicht, einen Namen habe ich leider nicht“, sagt Albrecht. Doch es gehe darum, die Not der Menschen zu lindern, und das rechtzeitig: „Wir sollten dieses kurze Zeitfenster nutzen, das uns noch bleibt, bevor es sich für immer schließt.“

> Mehr Informationen: www.israelaktuell.de.

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