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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 08:31 Uhr

Kulturhaus Wilster : Praktikum im Petticoat

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Itzehoerin sammelte im Kulturhaus praktische Erfahrungen für ihr späteres Berufsleben.

Natascha Wetzel hat sich zum Saisonende im Kulturhaus besonders fein gemacht – im Stil der 1960er-Jahre, passend zur Musik der Abschiedsparty. Twist, Madison, Cha Cha und Rock’n’Roll sind angesagt. Viele Vereinsmitglieder und Freunde des Hauses füllen am letzten Abend vor der Sommerpause die Tanzfläche. Kulturhausleiter Anton Brade animiert zum Mittun und initiiert auch immer wieder große Runden, in denen Jung und Alt aufeinander zutanzen.

Natascha Wetzel präsentiert zur Retromusik ihr Abiballkleid, das sie sich im Vintage-Stil mit Petticoat und floralem Muster ausgesucht hat. Nach der Reifeprüfung überbrückt die Itzehoerin die Wartezeit bis zum Ausbildungsbeginn als Veranstaltungskauffrau im Frühjahr 2018 mit einem Praktikum im Kulturhaus.

Seit November macht sie im Wechsel mit vielen weiteren ehrenamtlichen Helfern Tresendienst und unterstützt Anton Brade bei den Anfragen an die Künstler, die für die nächsten Monate gebucht werden sollen. „Ich habe hier schon viel gelernt. Das kann ich für meinen späteren Beruf gut nutzen“, sagt die 20-Jährige.

Sie sucht auch bewusst Kontakt zu den Besuchern, wenn sie die Getränkewünsche erfüllt, und bringt Unbekannte, die sich auf den Barhockern treffen, miteinander ins Gespräch.

Anton Brade schaut trotz der abgelehnten finanziellen Unterstützung durch die Stadt Wilster weiter optimistisch in die Zukunft. Es sei potenziellen Sponsoren und Investoren zwar schwer zu vermitteln, dass sie ein Projekt fördern sollen, das diesen Ausweis durch die Stadt nicht erhalte. Doch das Kulturhaus setzt weiter auf die hervorragende Mund-zu-Mund-Propaganda. Und auf den regionalen Rückhalt, der sich durch die mittlerweile 70 Vereinsmitglieder zeigt.

Rund 20 davon sind auch regelmäßig ehrenamtlich bei den Veranstaltungsdiensten aktiv und ermöglichen so die breite Mischung des Angebots von der Comedy und Live-Musik bis hin zu den Workshops und Filmabenden. Diesen bunten Strauß möchte Anton Brade auch weiterhin pflegen, wird aber die Zahl der engagierten Künstler reduzieren. „Wir machen und zeigen mehr Eigenproduktionen“, kündigt er eine neue Sparte an.

Er will Laien aus der Region mit ihren eigenen Geschichten und Fähigkeiten coachen und ihnen eine Bühne geben. In diesem Zusammenhang sind auch kleine Tourneen geplant, auf denen sich das Kulturhaus im weiteren Umkreis und auch landesweit präsentieren kann.

Spezifisch wird das Angebot schon über die Kreisgrenzen hinweg wahrgenommen. So kommen treue Fans des monatlichen Tango-Salons teils sogar aus Kiel oder Hamburg. Aber für die Perlen der Comedy beispielsweise, die mittlerweile nicht nur im Meerkabarett auf Sylt oder in Berlin, sondern auch in Wilster zu sehen sind, möchte das Kulturhaus auch als Spielstätte noch bekannter werden.

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