Prämie für schnelle Feuerwehrleute

Angetreten zum Jubiläum: 125 Jahre nach ihrer Gründung zählt die Dammflether Wehr 40 Aktive und eine rege Ehrenabteilung.
Angetreten zum Jubiläum: 125 Jahre nach ihrer Gründung zählt die Dammflether Wehr 40 Aktive und eine rege Ehrenabteilung.

Wie vor 125 Jahren die Dammflether Feuerwehr aus der Taufe gehoben wurde / Am 6. Juni feiern die Helfer ihr Jubiläum

shz.de von
26. Mai 2015, 17:24 Uhr

Am 2. Februar 1890 gründeten 17 Männern mit Carsten Pien als Hauptmann und Peter Ewers als Stellvertreter die Freiwillige Feuerwehr Dammfleth. Am Sonnabend, 6. Juni, feiert die Wehr ihr 125-jähriges Bestehen mit einem Festtag.

Anfang 1892 konnte eine 1000 Mark teure Handdruckspritze mit Haspel und 75 Meter Schlauch in Betrieb genommen werden, und von Gesche Gerth wurde für sieben Mark Pacht im Jahr ein Stück Gartenland als Bauplatz für das erste Spritzenhaus erworben. Wie in der Wilsterschen Zeitung vom 3. Februar 1898 nachzulesen ist, wurde bereits damals ein „Ball mit Theateraufführung beim Gastwirt David Lüders in Fockendorf“ gefeiert.

Durch die Nutzung eines Pferdegespanns der Firma Trede war die Wehr immer schnell an den Einsatzorten. Während der Jahresversammlung 1921 beschlossen die Mitglieder allerdings, demjenigen 100 Mark Prämie zu zahlen, der als erster mit seinem Gespann bei der Spritze anlangte. Die Gemeinde trat dann dem „Feuerlöschzweckverband Motorspritze Wilster“ bei, um die Daimler Automobilspritze der Wilsteraner Wehr zu nutzen. Vermutlich schaffte sich die Wehr Dammfleth während des Krieges aber eine eigene Motorspritze an, denn in den Aufzeichnungen ist vermerkt, dass diese 1960 gegen eine TS 8, eine Magirus mit luftgekühltem VW-Motor, getauscht wurde. Ein im Jahr darauf angeschaffter VW-Transporter wurde zum Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) umgebaut. In den folgenden Jahren wurde die Wehr mit Funksprechgeräten und einer Funkalarmsirene ausgestattet und in die Sturmflutabwehr und den Katastrophenabwehrplan des Kreises Steinburg eingebunden. Zehn Jahre später wurde der erste Löschbrunnen in Stadtfeld abgenommen, weitere sollten folgen.


Alle zwei Jahre ein Zeltfest


Nachdem die Schule in Hochfeld geschlossen wurde, baute die Gemeinde einen Klassenraum als Garage aus und stellte einen zweiten Raum als Aufenthaltsraum, heute der Gemeindesaal, zur Verfügung. Zirka 30 Jahre später fand das Richtfest für das neue Gerätehaus, ein moderner Anbau am alten Schulgebäude, statt. In der alten Garage befinden sich jetzt eine Küche sowie ein Büro und Abstellraum. Zu ihrem 90-jährigen Bestehen organisierte die Feuerwehr erstmalig ein Zeltfest, das seither im Zweijahresrhythmus von der Gemeinde veranstaltet wird.

Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute mussten zahlreiche Einsätze abarbeiten. 1930 brannte nicht nur der Hof Thode in Rotenmeer komplett ab, auch das Vieh wurde Opfer der Flammen. 1971 brannte die Hochfelder Mühle ab. Aufgrund der schwierigen Aufräumarbeiten und der kriminalpolizeilichen Ermittlungen musste die Wehr fast zwei Wochen Brandwache halten. Das Wohn- und Wirtschaftsgebäude von Lohnunternehmer Egge brannte 1997 vollständig nieder. Vor zwei Jahren konnte trotz des Einsatzes von vier Feuerwehren das Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Maurerbetriebs Nagel nicht gehalten werden.

Seit drei Jahren leitet Thomas Vollmert als Wehrführer die Dammflether Feuerwehr, sein Stellvertreter ist Johannes Brandt. Der Einsatzabteilung gehören zurzeit 40 Männer, davon drei in der Reserveabteilung, an. Die zwölf Mitglieder der Ehrenabteilung nehmen auch nach ihrer aktiven Zeit rege am Feuerwehrgeschehen teil. Mit moderner Ausrüstung und acht Atemschutzgeräteträgern ist die Wehr gut aufgestellt. Das 25 Jahre alte Löschgruppenfahrzeug (LF 8) soll im nächsten Jahr gegen ein LF 10 ausgetauscht werden. Dazu haben nach Bewilligung des Antrags im letzten Jahr bereits zahlreiche Besprechungen die Ausrüstung betreffend stattgefunden. Die Ausschreibung für die zirka 220  000 Euro teure Anschaffung läuft.

Nachdem am 125. Gründungstag feierlich der Gedenkstein enthüllt wurde, feiert die Feuerwehr am Sonnabend, 6. Juni, ihr Jubiläum mit einem Kommers mit der ganzen Gemeinde und ab 19 Uhr bei einem Dorffest. „Wir hoffen auf gute Beteiligung aus der Bevölkerung“, sagen Wehrvorstand und Festausschuss. Für das leibliche Wohl sorgt das Team vom Landgasthof „Zum Dückerstieg“ mit Spezialitäten vom Grill. Der Eintritt zu dem Fest ist frei, für die musikalische Unterhaltung sorgt DJ Arne Schonscheck mit den neuesten Hits.

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