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Protest : Postkunden wollen weiter um ihre Schließfächer kämpfen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mit dem Umzug der Postagentur in Wilster sollen Ende April auch die Postfach-Anschriften wegfallen.

„Macht euch mit dieser Aktion nicht lächerlich“, hatte Matthias Häußler zu hören bekommen, nachdem er gemeinsam mit anderen Betroffenen eine „Initiative zur Erhaltung der Postfachschließanlage Wilster“ ins Leben gerufen hatte (wir berichteten). Alles andere als lächerlich empfinden die rund 60 Postkunden, die von der Schließung der Postschließfächer betroffen sind, ihren Protest. Denn insbesondere Gewerbetreibende kommt dieses teuer zu stehen. „Es ist nicht nur so, dass ich auf 10  000 Briefvordrucken sitzen bleibe, bei denen die Anschrift nicht mehr stimmt. Wenn ich diese weiter nutzen möchte, muss ich kleine Hinweiszettel in derselben Anzahl drucken. In allen Formularen muss ich meine Anschrift ändern, was mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden ist, da ich nicht nur einen, sondern mehrere Kunden habe. Zudem muss die Frankiermaschine von einem Techniker umprogrammiert werden, was ebenfalls zu meinen finanziellen Lasten geht. Alles in Allem sprechen wir von einem vierstelligen Betrag“, fasste die selbstständige Buchhalterin, Monika Schindele-Knötgen den ihr entstehenden Aufwand in Kurzform zusammen. Vielen der Schließfachbesitzern geht es ähnlich.

„Rechtlich haben wir gegen die Kündigung von Seiten der Post keinerlei Handhabe“, äußerte Hauke Thiel. Auch er wird wohl tief in die Geldbörse greifen müssen, um all seine Kunden über die Adress-Änderung zu informieren. Verstehen kann der Eventmanager die starre Haltung der Deutschen Post, die auf den Rückbau der Schließkästen beharrt, nicht. „In immer mehr Städten geht der Trend der Deutschen Post dahin, dass dort zunehmend Packstationen aufgestellt werden, wo sich die Kunden ihre Postsendungen abholen können. Ausgerechnet hier bei uns, geht die Post in eine andere Richtung“, sagte Thiel.

Gespräche mit Edeka-Kaufmann Ralf Maron, ob eine Unterbringung der Schließfächeranlage in seinem Markt möglich sei, habe dieser verneint, teilte Hauke Thiel den Schließfachbesitzern mit, die sich in der Gaststätte „Oh-La-La“ zum Krisengespräch trafen. Bereits vor dem Beginn der Umbaumaßnahmen des Einkaufmarktes hätten Ralf Maron und dessen Architekt den Kontakt zur Post gesucht, um gemeinsam die Möglichkeit zu erörtern, diese Postschließfachanlage in neue Gebäude zu integrieren. Die Post habe sich zwar vor Ort umgesehen, jedoch am Ende entschieden, das keine Notwendigkeit für Zusammenarbeit bestünde. Somit wurde der Platz für eine Postanlage aus den Planungen herausgenommen.

Mit einem weiteren Brief möchten die Postschließfachbesitzer die Post nochmals auf die Probleme aufmerksam machen, die den langjährigen Kunden bevorstehen und das Unternehmen zu einem Umlenken bewegen.

Dass dies dem Kampf zwischen David gegen Goliath gleichkommt, dessen sind sich die langjährigen Postkunden bewusst. Einhellig vertreten sie jedoch die Meinung, dass sie sich als langjährige Kunden eines Unternehmens, welches sich selber als serviceorientiert und kundennah präsentiert, dieser unverständlichen Entscheidung nicht ohne Gegenwehr beugen wollen. Gemäß dem Motto Bertolt Brechts „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren“ wollen die Postschließfachbesitzer weiter um ihre Schließfachanlage kämpfen.


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