Post für den Minister

Der Bund soll die Stör als Bundeswasserstraße in einem ordnungsgemäßen Zustand für die Schifffahrt halten.
Der Bund soll die Stör als Bundeswasserstraße in einem ordnungsgemäßen Zustand für die Schifffahrt halten.

Der Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann (SPD) mahnt: Die Stör muss schiffbar bleiben.

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22. September 2020, 15:28 Uhr

Itzehoe | Beschaulich liegt sie da, die Stör am Itzehoer Stadthafen. Kein Schiff zu sehen, das die Holsteinischen Mühlenwerke oder andere Betriebe wie Itzehoer Schrott-Recycling oder Trede & von Pein ansteuert. Doch sie kommen, und das nicht selten. Dabei soll es in Zukunft bleiben können – deshalb müsse der Bund die Stör als Bundeswasserstraße in einem ordnungsgemäßen Zustand für die Schifffahrt halten. Das betont der Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann (SPD) in einem Brief an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Der Sozialdemokrat mahnt an, „dass es eine weitere ausreichende Schiffbarkeit der Stör auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gibt und dass rechtzeitig Vorsorge getroffen wird, dass eine weitere Verlagerung von der Straße auf den Wasserweg“ möglich werde. Auslöser war laut einer Mitteilung Rossmanns sein Jahresgespräch mit Landrat Torsten Wendt, an dem auch die Spitze der Kreis-SPD beteiligt war (wir berichteten). Der Landrat habe deutlich gemacht, dass die Stör „insbesondere für einige regional sehr bedeutende Betriebe von großem Gewicht ist“, schreibt Rossmann an Scheuer und meint damit neben den Itzehoer Firmen auch die Wewelsflether Peters-Werft und den Beidenflether Anleger von Trede & von Pein.

Die zunehmende Verschlickung könne eine Negativspirale in Bewegung setzen, weil die verengte Fahrrinne zu einem Unfallrisiko werden könne, so Rossmann. Die Tide sei verstärkt zu berücksichtigen, Fremdschiffer lehnten Frachtaufträge auf die Stör ab oder berechneten erhöhte Frachtsätze. „Das verschlechtert nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, ausbleibende Schiffsbewegungen können auch dazu führen, dass die Verschlickung noch weiter zunimmt.“ Dann müsse die Instandhaltung noch intensiver werden.

Der Abgeordnete verweist auf das Potenzial der Wasserstraße: „Insgesamt ist in der Region eine Steigerung des Güterverkehrs bis 2030 um 38 Prozent geplant.“ Da müsse es gemeinsames Ziel sein, einen Teil auf das Wasser und die Schiene zu verlagern. Denn das ermögliche „aus der Umweltperspektive heraus unvergleichlich niedrige gesamtwirtschaftliche Kosten, aber eben auch betriebswirtschaftliche Einsparungen“. Deshalb bittet Rossmann Scheuer „nachdrücklich“, die notwendigen Schritte einzuleiten, um die Schiffbarkeit der Stör zu erhalten und möglichst zu verbessern.

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