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Gespräch mit der Arbeitsagentur : Positive Grundströmung in Steinburg

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

So stellt sich für den Leiter der Arbeitsagentur Heide der Arbeitsmarkt dar: Ronald Geist ist zuversichtlich. Nur Prinovis bleibt noch eine große Herausforderung.

shz.de von
erstellt am 16.Jan.2014 | 12:54 Uhr

Die demografische Entwicklung bleibt für Steinburg die größte Herausforderung am Arbeitsmarkt. Das stellt Ronald Geist, Leiter der auch für Itzehoe zuständigen Heider Arbeitsagentur, im Gespräch mit unserer Zeitung fest.

Wie hat sich der Arbeitsmarkt im vergangen Jahr in Steinburg entwickelt?
Geist: 2013 war insgesamt aus Sicht des Arbeitsmarktes in Steinburg ein eher ruhiges Jahr mit moderaten positiven und auch einigen leicht negativen Ergebnissen. Im Kreis Steinburg arbeiten aktuell rund 34 700 Personen sozialversicherungspflichtig. Das sind 80 Personen mehr als noch vor einem Jahr, ein ganz vorsichtig positiver Trend. Bei der Arbeitslosigkeit ist im Jahresdurchschnitt im Vergleich zu 2012 leider ein Anstieg von 173 Personen, das sind 4,3 Prozent, auf 4156 Arbeitslose festzustellen. Vom Anstieg betroffen waren insbesondere Langzeitarbeitslose, also Personen, die seit einem Jahr und länger arbeitslos sind. Hier zeigt sich, dass sich die Arbeitslosigkeit bei einigen Personen verfestigt. Auch im Jahr 2014 ist ein Schwerpunkt der Arbeitsagentur und des Jobcenters, dieser Personengruppe mit gezielter Betreuung und Unterstützung den Weg ins Arbeitsleben zu ebnen.

Welche Tendenz sehen Sie für 2014?
Geist: Vorhersagen zu treffen, ist schwierig. Wir erleben, dass sich auch kurzfristig Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt abzeichnen, die nicht vorhersehbar waren. Bundesweit wird die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt moderat positiv beschrieben. Ich gehe davon aus, dass sich diese grundsätzlich stete Grundströmung auch in Steinburg widerspiegelt. Aktuell steht die Schließung der Druckerei Prinovis im Zentrum unserer Überlegungen. Sie wird eine große Herausforderung in 2014 und 2015 sein.

Wie wird sich die Schließung von Prinovis auf den Arbeitsmarkt auswirken?
Geist: Rund 600 Festangestellte und 300 Zeitarbeitnehmer sind von der Schließung betroffen. Die Freisetzung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird die Situation auf dem Steinburger Arbeitsmarkt vorwiegend in diesem und im nächsten Jahr belasten, da nicht alle Arbeitskräfte aufgenommen werden können. So tragisch der Rückzug von Prinovis aus der Region ist, wir haben dennoch die gute Ausgangssituation, dass wir bereits seit Februar des letzten Jahres von der Schließung des Betriebes wissen und dementsprechend bereits Vorbereitungen treffen konnten. So haben wir im April des letzten Jahres ein fünfköpfiges Team gegründet, das sich innerhalb des Betriebes ausschließlich um die Beratung, Qualifizierung und Vermittlung der Beschäftigten der Druckerei kümmert. Einige der ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben bereits eine neue Beschäftigung aufgenommen oder absolvieren über die Arbeitsagentur gefördert eine Ausbildung (Umschulung) in einen neuen Beruf. Speziell sind hier die Arbeitskräfte im Fokus, die keine Ausbildung absolviert haben oder die seit vielen Jahren nicht mehr im erlernten Beruf tätig waren.

Welche weiteren Herausforderungen sehen Sie?
Geist: Die demografische Entwicklung und der damit einhergehende Fachkräfteengpass werden sich auf die Arbeitsmarktsituation in den nächsten Jahren auswirken. Steinburg ist stark betroffen. Von 2013 bis zum Jahr 2025 verliert der Kreis rund 9.500 Personen im erwerbsfähigen Alter (15 – 65-Jährige). Die Ausbildung von Jugendlichen gewinnt in diesem Zusammenhang weiter an Bedeutung. Aktuell beobachten wir, dass unter den Arbeitslosen ein relativ hoher Anteil von Kunden ist, die nach der Arbeitslosigkeit rasch wieder eine neue Beschäftigung finden. Bei den Arbeitslosen, bei denen der Übergang jedoch nicht gelingt, besteht ein hohes Risiko auch längerfristig arbeitslos zu bleiben. Insbesondere hier werden wir über arbeitsmarktpolitische Förderprogramme – vorzugsweise Qualifizierung – Unterstützung anbieten, um den Weg zurück in Beschäftigung zu unterstützen. Die Qualifizierung von Ungelernten – gleich ob Beschäftigte oder Arbeitslose – wird unser zentrales Handlungsfeld in den nächsten Jahren sein.






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