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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 06:49 Uhr

Übung : Popcorn aus der Stör geborgen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Angenommener Ölunfall vor der Peterswerft: Rettungsorganisationen erproben das Zusammenspiel für den Ernstfall

Gut sechs Kilogramm Popcorn, „garantiert ungesüßt und ungesalzen“, wurden am Sonnabendmorgen in Höhe des Störsperrwerks in die Stör gekippt. Die leichtgewichtigen Flocken verteilten sich großflächig auf dem Wasser und übernahmen die Rolle eines Ölteppichs, der sich – so sah es der Übungsplan vor – nach einer Havarie gebildet hatte. Das Popcorn wurde von der starken Flutströmung störaufwärts getrieben und in Höhe der Peterswerft von den Ölwehren aufgestaut und mit einem sogenannten Skimmer aus der Stör aufgenommen.

„Wir sind mit der Übung sehr zufrieden und haben wichtige Erkenntnisse über das Strömungsverhalten gewinnen können“, sagte Peter Mause vom Landesbetrieb für Küsten- und Meeresschutz Husum (LKN) am Mittag nach Ablauf der fünfstündigen Übung. Daran waren die Feuerwehr Glückstadt mit ihrem Arbeitsboot und Ölwehrcontainer, der Pinneberger Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW), die Feuerwehr Wewelsfleth zur technischen Unterstützung sowie Thomas Rieger als Fachkraft für Arbeitssicherheit auf der Peterswerft beteiligt. „Wir haben hier fast 40 Einsatzkräfte vor Ort“, erklärte Jörg Brokmann als Übungsleiter von der LKN-Betriebsstätte in Itzehoe.

Auch der Geschäftsbereichsleiter des Landesamts, Thomas Langmaack, war an die Stör gekommen, um sich ein Bild von dem Übungseinsatz zu machen. Wewelsfleths Bürgermeister Delf Bolten sowie die Amtswehrführung mit Thorsten Heins und Axel Erdmann verfolgten ebenfalls das Geschehen auf und vor der Kaimauer der Peterswerft.

Die Einsatzleitung, die sich in Höhe des Trockendocks positioniert hatte, lag in den Händen der LKN-Mitarbeiterin Annett Voth aus Itzehoe. Sie wurde unterstützt vom Glückstädter Wehrführer Ties Tießen, dessen Wewelsflether Kollegen Jürgen Schröder und Zugführer Henning Bendfeldt vom THW.

Nach dem Übungsszenario hatte ein Frachter auf der Fahrt zur Peterswerft infolge eines „Blackouts“ einen Leitwerksdalben und Brückenpfeiler des Sperrwerks gerammt. Dabei war der Frachter so schwer beschädigt worden, dass der Treibstofftank aufriss und vier Tonnen Schweröl in die Stör austraten.

„Damit haben wir in diesem Ausmaß nicht gerechnet“, räumte Jörg Brokmann ein, als er auf die starke Flutströmung zeigte: Nur mit Mühe konnten die Ölwehren mit ihren Arbeitsbooten die 75 bis 150 Meter langen Ölsperren in Position bringen. Zum einen wurde der „Havarist“ als Verursacher des Ölunfalls an der Werft mit einer Ölsperre rundum eingeschlängelt, um einen weiteren Ölaustritt in die Stör zu stoppen, und zum anderen wurde eine weitere Ölsperre quer in die Strömung bugsiert, um den „Popcorn-Ölteppich“ zu kanalisieren. Ein so genannter Skimmer nahm die Schadstoffe auf und pumpte sie in ein Auffangbecken, in dem Öl und Wasser separiert wurden.

Mit der Übung haben die Einsatzkräfte die verschiedenen Geräte zur Ölschadensbekämpfung getestet und den Umgang damit geprobt. Ein weiteres Übungsziel war die Optimierung der Zusammenarbeit aller beteiligten Einheiten, Behörden und Organisationen sowie die Kommunikation der Führungsstellen untereinander.

Nach Ende der Übung trafen sich die Beteiligten im Betriebsgebäude der Werft zu einer „Manöverkritik“ und zu einem Imbiss. Schon am Morgen hatte die Werft für ein Frühstück gesorgt, freuten sich die Beteiligten.

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