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Neues Ausstellungsstück : Poock-Uhr für das Museum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kellinghusener Einrichtung hat einen der bedeutendsten Zugänge im Bereich Stadtgeschichte erhalten.

von
erstellt am 03.Feb.2014 | 05:05 Uhr

Sie ist 2,50 Meter hoch, 44 Zentimeter breit und eine neue Schönheit in der Schausammlung des städtischen Museums: Die Boden- oder Dielenstanduhr von Uhrmacher Johann Hinrich Poock. „Die Uhr ist wohl der bedeutendste Zugang im stadtgeschichtlichen Bereich des Museums“, sagt Museumsleiter Hans-Georg Bluhm. In die Störstadt gelangte das Schmuckstück aus Holz, Glas, Messing, Zinn und Eisen als Schenkung des Museumsvereins Reinbek.

Über dem breiten Sockel erhebt sich ein schlanker Pendelkasten mit einer Tür in der Front. „Das Uhrwerk wurde möglichst hoch platziert, denn je tiefer die Gewichte absinken konnten, desto länger lief die Uhr“, erklärt Bluhm. Die Freude über den unverhofften Neuzugang ist auch deshalb groß, weil das Museum bereits ein weiteres Uhrwerk von Poock aus dem Jahr 1826 besitzt. Der Uhrmacher, der um 1772 auch den Kirchturm von Großenaspe mit einem Zeitmesser aus seiner Werkstatt versah, bewohnte das Haus in der Hauptstraße 13 und starb laut Angabe des Stadtarchivs im Jahr 1846.

Nicht alle Stücke aus vergangenen Zeiten heimischer Handwerkskunst stehen im Scheinwerferlicht wie die wertvolle Uhr. Eine wahre Schatzkiste mit alten Kellinghusener Dingen bewahrt das Museum in seinem Magazin im ehemaligen Schulgebäude im Stechelsweg. Anlässlich eines Tags der offenen Tür im vergangenen September konnten Besucher in die Stadtgeschichte eintauchen. Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin führte durch das Sammelsurium von ehemals hoch geschätzten, heute meist vergessenen Dingen. „Nach sechs Jahren konnte die Aufnahme der Altbestände jetzt abgeschlossen werden“, verweist Bluhm auf die ebenso wertvolle wie unverzichtbare Arbeit von zwei ehrenamtlichen Mitarbeitern. Als nächste Schritte seien die konservatorisch korrekte Verwahrung der Objekte und ihre Dokumentation geplant. „Schon jetzt können wir aber sagen, dass die zur Verfügung stehende Räumlichkeiten bald nicht mehr ausreichen werden“, erklärt der Museumsleiter.

Nicht zuletzt liegt dies auch am wachsenden Geschichtsbewusstsein der Störstädter, die in den vergangenen Jahren vermehrt Gegenstände zur Begutachtung ins Museum brachten. Durch einen neu eingerichteten Arbeitsplatz konnte zudem mit der Inventarisierung des Fotoarchivs begonnen werden. „Doch auch hier sind die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten auf Dauer zu knapp bemessen.“

Nachdem die Ratsversammlung ein neues Museumsleitbild beschlossen hatte, wurde das Museum 2013 in dies erste Runde des Pilotprojekts „Museumsberatung und -zertifizierung“ aufgenommen. Ziel des von der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein und vom Museumsverband Schleswig-Holstein und Hamburg durchgeführten sowie von der Landesregierung mit rund 250 000 Euro aus dem Zukunftsprogramm Wirtschaft aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung geförderten Projekts ist eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der ausgewählten Museen. Erste Ergebnisse werden im Sommer präsentiert.

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