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Itzehoer Innenstadt : Polizeiladen im HC geschlossen – weil das Personal fehlt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit 1998 waren die Ordnungshüter im Holstein-Center präsent. Nun werden sie abgezogen.

von
erstellt am 14.Sep.2017 | 11:00 Uhr

„Bis auf weiteres geschlossen“ steht an der Tür. Ganz korrekt wäre: Geschlossen. Den Polizeiladen im Holstein-Center gibt es nicht mehr, er wird bereits ausgeräumt. Den Ordnungshütern fehlt das Personal.

Seit 1998 sei die Polizei im HC, zunächst mit temporärer Präsenz, so Revierleiter Sven Pehl. Im Jahr 2000 wurde der Laden am Ausgang Brunnenstraße bezogen und stets vom Polizei-Bezirksdienst betreut. Doch dieser schrumpfte jetzt um die Hälfte auf drei Beamte, denn das Personal werde auf der Itzehoer Wache gebraucht. Es sei die einzige Dienststelle im Kreis, die rund um die Uhr besetzt sei, und die Einsatzzahlen stiegen, so Pehl. Ein „angemessener Reaktionsdienst“ müsse gewährleistet sein: „Der Bürger erwartet zu Recht, dass die 110-Polizei funktioniert. Das war in jüngster Zeit teilweise prekär.“ Eine Rolle spielt dabei auch, dass viele hiesige Polizisten zur Einsatzhundertschaft gehören, die bei Demonstrationen oder Fußballspielen gefordert ist.

„Wir müssen unsere Schwerpunkte neu definieren“, sagt der Revierleiter. Der Reaktionsdienst sei die Pflicht, anderes eher Kür – wie der Polizeiladen. Schon zuletzt war er nur sporadisch geöffnet, daher der Hinweis an der Tür. Viele Anliegen wurden behandelt, es gebe gute Kontakte, sagt Ralf Mentzel, Leiter des Polizei-Bezirksdienstes. „Man hat natürlich dadurch auch viel verhindert.“ Messbar sei es nicht, aber der Laden habe viel zur Sicherheit speziell im HC und dessen Umfeld beigetragen, meint auch Pehl.

Wichtig ist zudem die Sicherheit der Beamten, deshalb sind sie nur noch zu zweit unterwegs – auch das ist eine Personalfrage. Das Ziel sei weiterhin viel Präsenz in der Innenstadt und auch im HC, sagt Pehl. Die Wache ist dafür ebenso zuständig wie weiter der Bezirksdienst, der aber viele weitere Aufgaben hat von Ermittlungen bis zur Begleitung von Laternenumzügen. Bei der nächsten Gelegenheit werde er den Bezirksdienst wieder aufstocken, sagt Pehl und hofft auf die angekündigten Mehreinstellungen im Land. Allerdings: Diese Polizisten müssten erst noch ausgebildet werden.

Auch die Entwicklung im HC floss in die Entscheidung ein: Man dürfe die Frage stellen, ob dort noch Bedarf für den Polizeiladen bestehe, so Pehl. „Wir wären gern hier geblieben“, sagt Mentzel. „Aber es ist nicht mehr machbar – so traurig, wie das ist.“

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