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Infos für Politiker : Polizei will Radler ins Visier nehmen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Hauptkommissar Michael Gohr informiert Glückstädter Politiker über polizeiliche Lage in der Stadt. Zahl der Einbrüche spürbar zurückgegangen.

von
erstellt am 11.Nov.2015 | 05:00 Uhr

Für eine Vorstellung war es eigentlich schon ein wenig spät: Bereits seit dem 1. März ist Michael Gohr Polizeichef in der Elbestadt und die meisten Politiker hat er bereits kennen gelernt. „Ich freue mich trotzdem, heute hier zu sein und den einen oder anderen habe ich auch noch nicht persönlich getroffen“, sagte er in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses der Stadtvertretung, zu der er eingeladen worden war, um sich vorzustellen und über die polizeiliche Lage in Glückstadt zu berichten. Der Termin war bereits mehrfach verschoben worden. Zuletzt kam die kurzfristig anberaumte Informationsveranstaltung zur Flüchtlingsunterkunft in der Kaserne dazwischen.

Nun konnte Gohr aber informieren und hatte auch seinen Stellvertreter Christian Oeverdieck und den zukünftigen Leiter der neuen Polizeidienststelle in der Marinekaserne, Andre Radunz, mitgebracht. Etwa zwei Straftaten pro Tag – vom Verkehrsdelikt bis zum Raubüberfall – habe die Polizei in den vergangenen zwei Jahren im Durchschnitt in Glückstadt registriert. Die Hälfte davon werde statistisch gesehen aufgeklärt. „Natürlich verteilt sich das im Alltag nicht so gleichmäßig, aber auf dem Papier sieht es so aus“, erklärte Gohr die Statistik, die er als „voll im Landesdurchschnitt“ einordnete.

Auf einige besondere Themenfelder ging der Polizeichef im Anschluss näher ein und reagierte damit auch auf Fragen, die ihm die Stadtvertreter im Vorfeld gestellt hatten. So erklärte Gohr, dass im Verkehrsbereich „keine Unfallschwerpunkte“ im Stadtgebiet erkennbar seien. Spezieller Handlungsbedarf bestehe aus polizeilicher Sicht nicht. „Allgemein ist die Verkehrsüberwachung natürlich ein Thema, dem wir uns widmen.“ Verstärkt ins Visier nehmen wollen die Beamten dabei die Radfahrer, die sich, so Gohr, oft nicht an die Verkehrsregeln hielten. Er sprach von „teilweise wahnsinnigem Fehlverhalten“ und „abenteuerlichen Szenen“ und kündigte an: „Dessen werden wir uns annehmen.“

Beim Thema Einbrüche könne die Polizei aktuell einen erfreulichen Rückgang der Straftaten verzeichnen. Bis zum Juni habe es 2015 nur vier Einbruchsdelikte in Glückstadt gegeben, was deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 2013 und 2014 liege, so Gohr. Auffällig sei, dass in den Vorjahren Glückstadt-Nord als „örtlicher Schwerpunkt“ bei den Einbrüchen erkennbar sei. Gegenüber unserer Zeitung stellte Gohr klar, dass die Polizei dort mit verstärkten Streifen präsent sei und sich auch beim aktuellen Städtebauförderprojekt einbringe, um präventiv Einfluss zu nehmen und das Sicherheitsempfinden der Bürger zu erhöhen. Bereits seit Jahren gebe es in Nord auch eine Bürgersprechstunde, um den Kontakt zur Bevölkerung zu verbessern.

Bei der Frage nach einem möglichen Stellenabbau in der Polizeistation Glückstadt stellte Gohr klar, dass nach seinem Kenntnisstand nichts dergleichen geplant sei. „Wir haben eine Sollstärke von 13 Beamten, und wir sind und bleiben auch 13 Beamte.“ Gerüchte, die Dienststelle in der Königstraße sei oft unbesetzt, wies der Polizeichef zurück. „Besondere Einsatzlagen können dazu führen, dass alle Kollegen ausrücken, aber es ist mir ein Anliegen, dass unsere Tür unter der Woche tagsüber besetzt ist und das schaffen wir auch.“ Nachts und am Wochenende seien Streifen im Stadtgebiet unterwegs. Diese Dienste teilen sich Glückstädter mit ihren Kollegen in Horst und Krempe. „Sie werden verstehen, dass ich aus einsatztaktischen Gründen keine Aussagen darüber treffen kann, wer wann wo anzutreffen ist, aber die Grundversorgung ist stets gewährleistet.“ Lobend erwähnte Gohr in diesem Zusammenhang den privaten Sicherheitsdienst in der Innenstadt. Dessen Einsatz habe sich „bewährt“ und die Stadt „ruhiger“ gemacht. Die Kooperation mit der Polizei funktioniere gut. „Ich persönlich bewerte das äußerst positiv.“

Auf Nachfragen aus den Reihen der CDU- und der Piraten-Fraktion nach mehr Polizeipräsenz „auf der Straße“ wies Gohr darauf hin , dass sich diese mit der Eröffnung der Landesunterkunft in der ehemaligen Kaserne deutlich erhöhen werde. „Die Kollegen dort werden eng mit uns kooperieren und auch in der Stadt unterwegs sein.“ Es werde deutliche „Synergieeffekte“ dadurch geben, dass bis zu 21 Beamte auf der dortigen Dienststelle arbeiten werden. Michael Gohr: „Da ist schon der eine oder andere Streifenwagen mehr unterwegs. Das wird sich im Stadtbild deutlich bemerkbar machen.“

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