zur Navigation springen

Innere Sicherheit : Polizei will auch künftig präsent sein

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kreispolitik diskutiert mit Polizeiführung den Stellenabbau bei der Direktion Itzehoe. Bald nur noch ein Bezirksrevier – dann mit Standort Heide.

Der personelle Aderlass bei der Polizeidirektion Itzehoe rief jetzt auch die Kreispolitik auf den Plan. Mit einem langen Fragenkatalog konfrontierten die Kreistagsabgeordneten Polizeichef Norbert Trabs, seinen Stabschef Kai Szimmuck und den Verkehrsexperten Michael Raupach im Rahmen einer Sitzung des Polizeibeirats. Tenor der Beamten: Die Ordnungshüter bleiben auch in der Fläche präsent. Um zum Teil erhebliche Einschnitte komme man aber nicht herum. „Das ist eine politische Vorgabe und die setzen wir loyal um“, machte Trabs deutlich.

Bis 2019 muss seine Direktion den Verlust von 41 Schutzpolizisten, drei Kriminalbeamten, 27 weiteren Planstellen und zwölfeinhalb zivilen Angestellten verkraften. Die Kräfte aus der für Steinburg und Dithmarschen zuständigen Direktion werden auf andere Landesteile verteilt. „Das ist eine Frage der gerechteren Verteilung von Planstellen.“ Hinzu kommt noch ein weiterer Stellenabbau auf der Ebene der Landespolizei mit noch nicht absehbaren Auswirkungen auf die Region.

Eine Konsequenz: Die bisher von zwei Standorten in Itzehoe und Heide aus agierenden Abteilungen für Verkehrsüberwachung und für Umweltdelikte werden ab 2017 zentral von nur noch einem Bezirksrevier in Dithmarschen aus wahrgenommen. Das hat laut Trabs schlicht soziale Hintergründe. Am Standort Itzehoe würden in den nächsten Jahren nämlich einige Kollegen in den Ruhestand gehen. Dann wolle man den Dithmarschern keine langen Wege zur Arbeit zumuten. In beiden Zuständigkeitsbereichen bleibe aber auch Steinburg weiterhin im Fokus. Im Raum stehe ferner ein Abzug des Videofahrzeugs überall dort, wo die Direktion nicht für Autobahnen zuständig sei.

Aktuell sorgen in Steinburg 139 Schutzpolizisten und 65 Kripo-Beamte für Sicherheit. Auch künftig, so versicherte Trabs, sei die Mindeststärke in den Revieren gewährleistet. Und bei lebensbedrohlichen Situationen seien die Beamten innerhalb von höchstens zehn Minuten an Ort und Stelle. „In Dithmarschen bekommen wir diese Reaktionszeiten knapp hin, in Steinburg etwas besser.“ Auf Nachfrage räumte er aber auch ein, dass es sich bei den Zeiten um Durchschnittswerte handele. Hinzu komme, dass von einzelnen Beamten deutlich mehr Nachtschichten geleistet werden müssten. Auch könne man nicht sicherstellen, dass kleinere Dienststellen durchgehend besetzt sind. „Im Notfall immer 110 wählen“, ermunterte Trabs die Bevölkerung, keine Scheu vor einem Anruf bei der Einsatzleitstelle zu haben. Mehrfach hob der Polizeichef hervor, dass es „ein Nachlassen der Präsenz nicht geben wird“. Auch weiterhin liege der Zahl der Streifenwagen, die dauerhaft im Einsatz sind, im zweistelligen Bereich. Bei Bedarf würden sehr schnell Kräfte zusammengezogen. Trabs nannte als Beispiel einen Einsatz am Itzehoer Cheyenne-Club, wo innerhalb kurzer Zeit 14 Fahrzeuge vor Ort gewesen seien.

„Ich fühle mich hier sicher“, zeigte sich der Hohenlockstedter SPD-Abgeordnete Jürgen Klein zufrieden mit dem polizeilichen Angebot. Kritischer sieht das Martin Dethlefsen von der Bürgerliste: „Ich halte die Einsparungen für einen Fehler. Diese Baustelle fliegt uns irgendwann um die Ohren.“ Auch Dr. Siegfried Hansen (Piraten) mochte sich nicht entspannt zurücklehnen: „In Glückstadt fühlen sich die Menschen nicht sicher. Da würden wir gerne mehr Polizei sehen.“ Auch Gerlinde Böttcher-Naudiet (SPD) hat Zweifel, ob die inzwischen sehr großräumigen Zuschnitte der verbliebenen Dienststellen ausreichen. „Meine Heimatgemeinde Horst ist auch ein großer Veranstaltungsort. Im Zweifel muss eine Streife dann erst aus Brunsbüttel kommen.“

 

 

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 03.Feb.2015 | 17:03 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen