Resolution : Politiker lehnen Fracking ab

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Einstimmiger Beschluss: Kellinghusener Ratsversammlung schickt Resolution nach Kiel.

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05. Juli 2014, 16:00 Uhr

Fracking beunruhigt weiter die Gemüter im Amt Kellinghusen. Um die Gefahr abzuwehren, hat jetzt die Stadt Kellinghusen eine Resolution auf den Weg nach Kiel gebracht, in der sich die Ratsversammlung eindeutig gegen die umstrittene Gasförderung spricht und die Landesregierung in einem umfangreichen Katalog auffordert, alle Schritte zu unternehmen, um Fracking zu verhindern.

Das Amt Kellinghusen hatte sich in einer eigenen Resolution bereits gegen Fracking gewandt, und damit die betroffenen Kommunen Brokstedt, Hingstheide, Quarnstedt, Wrist und Wulfsmoor unterstützt. Diese Orte liegen im so genannten Erlaubnisfeld Bramstedt, in dem das Berliner Unternehmen prd energy eine Erlaubnis zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoff beantragt hat. Diese Gemeinden haben dieselbe Resolution, die jetzt die Kellinghusener Politiker einstimmig gebilligt haben, verabschiedet oder werden sie noch verabschieden.

Das Fracking – eine unkonventionelle Gas-Fördermethode, bei der Wasser, Sand und zum Teil giftige Chemikalien unter hohem Druck in tiefliegende Gesteinsschichten gepresst werden, boomt vor allen in den USA. Um dies in Schleswig-Holstein zu verhindern, hat sich hier eine bereite Allianz gebildet, zu der auch die Gemeinden im Amt Kellinghusen zählen.

Befürchtet werden durch Fracking negative Auswirkungen auf Naturschutzes und Landschaftspflege, wie Volker Ballin (Foto, Keli), Vorsitzender des Hochwasser- und Umweltausschusses, betonte. Außerdem ist ein sicherer störungsfreier Betrieb derartiger Anlagen laut Vorlage der Verwaltung derzeit nicht möglich, wie die zahlreichen Schadensereignisse im Zusammenhang mit der Kohlenwasserstoffförderung in den USA, aber auch in Deutschland zeigten. Bei Anwendung der Fracking-Technik wäre zudem ein engmaschiges Netz an Bohrstationen nötig, das zu mehreren Anlagen je Quadratkilometer mit jeweils einem Hektar asphaltierter Fläche nebst Zufahrten führen würde. Und für großen anfallenden Mengen an Formationswasser, das stark radioaktiv sei und große Mengen an Quecksilber sowie Benzol enthalte, gebe es bis heute keine wirtschaftliche Möglichkeit der Wiederaufbereitung.

Dies alles führte zu der Resolution, in der Fracking von der Ratsversammlung grundsätzlich abgelehnt wird. Außerdem wird die Landesregierung unter anderem aufgefordert, die betroffenen Gemeinde bereits vor Erteilung von bergrechtlichen Genehmigungen zu beteiligen, bei zukünftigen Genehmigungen eine ausreichende Sicherheitsleistung und die Beweissicherungspflicht für eventuell gefährdete Gebäude von den der Betreibern zu fordern. Auch die besondere Beachtung des Wasserrechts, des Abfallrecht und des Bodenschutzes wird angemahnt. Und: Die Stadt nimmt die Landesregierung für alle Fracking-Schäden, die im Zusammenhang mit der bergbaurechtlichen Genehmigung stehen, in Haftung.

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