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Podiumsdiskussion : Politiker diskutieren über Energiewende

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zum Thema Energiepolitik und Energiewende hatten der BUND Steinburg und die Gruppe Brokdorf-Akut die Bundestagskandidaten zur Podiumsdiskussion eingeladen. Dabei ging es um Wärmespeicherung, E-Mobilität, Atomausstieg und Netzausbau.

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erstellt am 04.Sep.2013 | 16:36 Uhr

Wenn es nach den Bundestagskandidaten des Wahlkreises Steinburg und Dithmarschen Süd ginge, dann würde es im politischen Berlin demnächst ungewöhnliche Bündnisse geben. Auf einer Podiumsdiskussion rund um Energiepolitik im theater itzehoe bot ein scherzender Mark Helfrich (CDU) der Grünen Eka von Kalben eine Koalition an. Zumindest in puncto Netzausbau mit Bürgerbeteiligung waren die beiden sich einig. Und Oliver Kumbartzky (FDP), der den Kandidaten Wolfgang Kubicki vertrat, fand ebenfalls „ausnahmsweise“ anerkennende Worte für die Grünen. Jedenfalls lobte er den Einsatz des Umweltministers, Robert Habeck, für Wärmespeicherung im Erdboden.

Überhaupt gab sich mancher Kandidat grüner als die Grünen in der Runde, zu der der BUND Steinburg und die Gruppe Brokdorf-Akut eingeladen hatten. So forderte Marcel Mansouri von der Linken nicht nur einen sofortigen Atomausstieg, sondern auch ein Kohleausstiegsgesetz. Der Grünen Eka von Kalben hielt er vor: „Sie werfen sich der Atomkanzlerin Merkel an den Hals.“

Mark Helfrich machte sich für E-Mobilität auf Kurzstrecken stark – gerade in Norddeutschland. Das Auto könne an der heimischen Windmühle aufgeladen werden, entwarf er eine Zukunftsversion. Dr. Patrick Breyer konnte sich als Vertreter der Piraten auf ein Parteiprogramm berufen, in dem ein Energiespeicherfördergesetz festgeschrieben ist: „Man muss Anreize für die Industrie schaffen, um Speicher zu finanzieren.“ Und Oliver Kumbartzky, der Energiepolitik zu seinem Fachgebiet erkoren hat, sieht in Offshore-Windparks eine „Riesenchance“ für die Industrie in seiner Heimatstadt Brunsbüttel.

In einem Punkt hob sich Eka von Kalben aber dann doch deutlich von den anderen Vertretern ab: Sie machte als einzige darauf aufmerksam, dass die Energiewende sich nicht allein auf den Ausbau erneuerbarer Energien beschränke. „Es müssen auch die anderen beiden E’s berücksichtigt werden: Einsparen und Effizienz.“

Dr. Karin Thissen (SPD) wurde nicht müde zu betonen: „Ich hatte mich eigentlich kaum vorbereitet, weil ich die Fragen sehr spät bekommen habe.“ Laut Veranstalter waren sie ihr etwa 14 Tage vor dem Podium zugegangen, wie allen anderen Kandidaten auch. Und wenn sie sich äußerte, blieben ihre Texte kurz: „Die CO2-Emissionen sind gesunken. Ob das nun am EEG-Gesetz liegt, weiß ich nicht.“ Das Thema Agrarsubventionen, das ihr als Tierärztin besonders nahe liegt, musste Moderator Stephan Klose aus Zeitgründen streichen.

Rainer Guschel vom BUND zeigte sich zufrieden mit dem Abend im theater itzehoe. Hatte er in der Pause, die die Veranstaltung teilte, noch von einem „Einheitsbrei“ der Meinungen gesprochen, so befand er am Schluss: „Im zweiten Teil war es durchaus lebhafter. Da kamen die unterschiedlichen Positionen zum Ausdruck.“

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