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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 18:03 Uhr

Politiker bald papierlos

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Verwaltung stellt 100 000 Euro für Anschaffung von 63 iPads zur Verfügung

Aller Anfang ist schwer. Es dauert deutlich mehr als eine halbe Stunde, bis jeder in der Schulungsgruppe im drahtlosen Netzwerk angemeldet ist. Jetzt können die ehrenamtlichen Kommunalpolitiker ihr neues Werkzeug kennen lernen: Mit Tablet-PCs wird ihre Arbeit künftig papierlos. Die Stadt hat kräftig investiert für ihr Ratsinformationssystem.

„Es ist der Wille der Selbstverwaltung“, so beginnt die Vorlage über das neue Zeitalter für den jüngsten Hauptausschuss. 100  000 Euro wurden bereit gestellt, um den Willen umzusetzen mit 63 iPads für Politik und Verwaltung sowie einer Daten-Flatrate für fünf Gigabyte im Monat.

Vorbei die Zeit der gedruckten Sitzungsunterlagen – aber nicht für alle: Von 75 Mandatsträgern bis hinunter zum 3. Stellvertreter im Ausschuss haben 22 sich dafür entschieden, beim Papier zu bleiben. Zum Beispiel Regina Mohr von der Unabhängigen Wählergemeinschaft Itzehoe (UWI): Die Unterlagen habe sie im Kopf oder drucke sie sich bei Bedarf zu Hause aus. „Ich habe keine Lust, mit einem Tablet rumzulaufen, das lenkt mich zu sehr ab.“ Oder der Freidemokrat Jörn Michaelsen: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich auf Papier leichter lese, Informationen besser aufnehme und dabei leistungsfähig bleibe.“ Auch das Tablet habe seine Vorteile, aber das Auge ermüde vor dem Bildschirm viel schneller. Auch lasse sich mit dem Gedruckten besser und übersichtlicher arbeiten, findet Michaelsen: „Ich habe für mich entschieden, dass die Vorteile der Papierversion überwiegen.“

Im Historischen Rathaus inklusive Ständesaal wurde ein Drahtlos-Netzwerk eingerichtet, damit die Politiker künftig über ihr Tablet, das Programm „Session“ und die App „Mandatos“ auf die Unterlagen zugreifen können. Alles läuft über Server des Kommunalen Rechenzentrums Lemgo. Die Schulungen für Mitarbeiter der Verwaltung und die Politik nähern sich dem Ende, denn: „Der 1. März ist der Starttermin“, sagt Stefan Cornelsen aus dem Hauptamt. Parallel werde das Material aber im März noch auf Papier verschickt. Neben dem Ratsinformationssystem gibt es einen internen Bereich für die Verwaltung und einen öffentlichen für alle Bürger, mit dem Start erreichbar über die Website der Stadt.

„Bislang hatten wir immer 120 bis 130 gedruckte Exemplare, künftig gut 20“, sagt Cornelsen. Das mache jährlich 200  000 Blatt Papier aus, zwei Euro-Paletten voll. Gespart wird auch bei den Porto-, Druck- und Personalkosten. Die geschätzte Einsparung im Jahr beträgt laut Stadtsprecher Frank-Dieter Simon 15  000 bis 20  000 Euro. Wenn alle die Tablets nutzten, wäre es mehr – „aber wir werden und können niemanden zwingen“.

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erstellt am 25.Feb.2015 | 17:48 Uhr

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