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Kommunalpolitik : Politik streitet über Kultur-Zuschuss

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

CDU lehnt Antrag auf Finanzspritze für das Kulturhaus in Wilster weiterhin ab. SPD findet dies kleinlich.

An der Finanzierung des Kulturhauses am Markt scheiden sich auch weiterhin die politischen Geister. Eine klare Mehrheit im Finanzausschuss lehnte jetzt wie schon im vergangenen Jahr einen Zuschussantrag ab. Die Kulturhaus-Betreiber hatten ihre Kalkulation vorgelegt und die Stadt um 3000 Euro als kleinen Beitrag für die laufenden Kosten gebeten. Während die SPD „das Leuchtturmprojekt in Wilster“ gerne unterstützen wollte, lehnte die CDU das Ansinnen mit dem Hinweis auf die leere Stadtkasse und die vielen Vereine in der Stadt, die ohne Zuschüsse auskommen müssten, ab. Ein Eingangs von der Ausschuss-Vorsitzenden Natascha Böhnisch (SPD) gemachter Vorschlag, man könne doch vielleicht auch über 2000 Euro reden, ging schnell in einem heftigen verbalen Schlagabtausch unter.

Für CDU-Fraktionschef Mark Dethlefs hatte sich an der Ausgangslage seit einem Jahr nichts geändert. „Fehlbedarf ist in Wilster die Regel“, machte er erst einmal deutlich, dass für freiwillige Leistungen kein Cent übrig ist. Der Christdemokrat meinte zwar: „3000 Besucher und 150 Veranstaltungen in einem Jahr verdienen Lob und Respekt.“ Allerdings gebe es in der Stadt eine Vielzahl von Vereinen mit insgesamt rund 2500 Mitgliedern in denen Außergewöhnliches geleistet werde. „Unter sozialer Gerechtigkeit verstehen wir auch Gleichbehandlung“, so Dethlefs. Als ein Beispiel führte er den örtlichen Sportverein an, der mehr als 1100 Mitglieder zähle und von neun Vorstandsmitgliedern und 32 Abteilungsleitern ehrenamtlich geführt wird. Dethlefs machte keinen Hehl daraus, dass er die vom Kulturhaus angeführten Personalkosten in Höhe von jährlich 38  300 Euro bei zur Zeit rund 60 Mitgliedern nicht nachvollziehen kann. „Das und die Beiträge von Sponsoren, Spenden und Zuschüssen Dritter nehmen wir zur Kenntnis“, sagte er. Darüber hinaus äußerte der Christdemokrat die Befürchtung, dass aus einer Zustimmung einer Dauerbelastung für die Stadtkasse werden könnte.

Noch einmal betonte er dann: „Wir schätzen die vom Kulturhaus geleistete Arbeit. Wir schätzen aber auch die Arbeit aller anderen Vereine und Verbände.“

SPD-Ratsherr Eike Strack hatte für die CDU-Einschätzung wenig Verständnis: „Man kann Sport- und Kulturvereine nicht miteinander vergleichen.“ Im Übrigen hätten früher auch Sportvereine Zuschüsse von der Stadt bekommen. Sein Fraktionschef Helmut Jacobs betonte, dass es sich nicht um Geld für laufende Betriebskosten, sondern ausdrücklich um einen einmaligen Beitrag für ein Jahr handele. Nach seiner Ansicht wäre dieses Geld beim Kulturhaus gut angelegt. „So etwas Tolles hat keine andere Stadt“, wies Jacobs auf den Werbeeffekt für Wilster hin. Natürlich, so räumte Jacobs ein, habe die Stadt 20 Millionen Euro Schulden. Hier gehe es aber auch um die „Motivation dieser Leute“. Schließlich sei im Kulturhaus von Mittwoch bis Sonntag zum Teil bis spät in die Nacht Leben und Betrieb. Die erneut ablehnende Haltung der Christdemokraten nannte er „kleinlich und nicht akzeptabel“. Mark Dethlefs und seine Parteifreunde ließen sich davon nicht überzeugen. „Überall in Wilster wird ganz überwiegend ehrenamtliche Arbeit geleistet. Und ein Gildeschreiber bekommt dafür schließlich auch kein Geld.“ Am 17. Juli steht das Thema auf der Tagesordnung der Ratsversammlung. Die Mehrheitsverhältnisse dort unterscheiden sich allerdings nicht von denen im Finanzausschuss.

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erstellt am 06.Jul.2017 | 06:12 Uhr

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