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Hafen : Politik beschließt Aus für Fischmärkte

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Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Wirtschaftsausschuss gegen regelmäßige Märkte „auf der Docke“ / Bürgermeister kritisiert bisherige Betreiber für falsche Versprechungen

2015 wird es in Glückstadt keine regelmäßigen Fischmärkte geben – weder auf dem Gelände des „Themenparks Fisch“ am Außenhafen noch am Binnenhafen wie früher. Das entschied der Wirtschaftsausschuss der Stadtvertretung in seiner jüngsten Sitzung. Einzelne Veranstaltungen können aber trotzdem zugelassen werden.

Hintergrund sind zwei unterschiedliche Entwicklungen: Zum einen will der bisherige Veranstalter der Märkte auf der ehemaligen „Docke“ am Außenhafen, die Itzehoer Firma Globus Event, keine weiteren Märkte mehr ausrichten. Eigentlich hatte das Unternehmen mit der Stadt eine Option auf regelmäßige Fischmärkte bis ins Jahr 2016 ausgehandelt, die nun aber nicht genutzt wird.

Zum anderen hatte sich nach der Genehmigung einer Veranstaltung, eines sogenannten Bauern- und Küstenmarktes, am Hafenkopf im vergangenen Oktober herausgestellt, dass diese eigentlich gar nicht hätte erlaubt werden dürfen. Die Kreisverwaltung wies daraufhin, dass vier Wochen vor oder nach einem Fischmarkt keine weiteren Verkaufsveranstaltungen – im Verwaltungsjargon „Jahrmärkte“ genannt – im Stadtgebiet genehmigt werden dürfen. So schreibe es die Gewerbeordnung vor.

Die Wirtschaftspolitiker standen nun vor der Entscheidung entweder einen neuen Betreiber für die traditionellen Fischmärkte zu suchen oder neue Wege zu gehen. Die Verwaltung plädierte für eine flexiblere Regelung. „Mit den Fischmärkten auf der Docke haben wird eine schlechte Lösung gegen eine noch schlechtere eingetauscht“, antwortete Bürgermeister Gerhard Blasberg auf die Frage von Ausschussmitglied Jörg Behrens (SPD), ob man nicht einfach wieder zum traditionellen Fischmarkt-Konzept am Binnenhafen zurückkehren sollte. „Auch mit den dortigen Veranstaltungen war eigentlich niemand glücklich“, so der Bürgermeister. „Und wir wissen jetzt, dass sie uns für interessante Einzelveranstaltungen blockieren.“

Blasberg kritisierte die bisherigen Veranstalter der traditionellen Fischmärkte, die Verwaltung und Politik stets überzogene Versprechungen gemacht hätten. „Wir wurden von allen belogen, dass sich die Balken biegen über die Erwartungen der Märkte.“ Besser sei es daher, vernünftige Konzepte für einzelne Veranstaltungen genau zu prüfen und diese zu genehmigen, wenn sie Erfolg versprechend erscheinen. Langfristig sollen Märkte als Teil eines „touristisches Gesamtkonzeptes für den Binnen- und Außenhafenbereich einschließlich des Themenparks Fisch / Docke“ weiterentwickelt werden. Der Ausschuss stimmte dieser Lösung zu.

 

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erstellt am 26.Mär.2015 | 17:00 Uhr

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