Politik bekennt sich zur Tauchergruppe - Kritik an den Kreisen

Besuch bei der Wehr (v. li): Jürgen Dahlkemper, Günter Wolter und Bernd Paulsen.
Besuch bei der Wehr (v. li): Jürgen Dahlkemper, Günter Wolter und Bernd Paulsen.

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20. Mai 2011, 08:14 Uhr

Itzehoe | Wenn es brenzlig wird am oder im Wasser, dann sind sie zur Stelle: Die Itzehoer Feuerwehrtaucher sind für den gesamten Südwesten des Landes zuständig: Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen. Doch bezahlt wird die Gruppe von der Stadt Itzehoe alleine. Und die muss sparen. Deshalb gerieten auch die Taucher ins Visier: Um 75 Prozent soll die Stadt von den Kosten - 12 000 bis 15 000 Euro jährlich - entlastet werden. Eigentlich, indem die Kreise beteiligt werden. Doch von denen hagelte es Absagen.

Die Feuerwehr reagierte verschnupft auf die Sparpläne, sah die ganze Gruppe in Gefahr - das Verhältnis zu Politik und Verwaltung litt. Doch jetzt gibt es positive Signale aus der Politik. So steht für Günter Wolter (IBF) nach einem Besuch seiner Fraktion in der Feuerwache fest: "Wir sehen die Notwendigkeit der Tauchergruppe als dringend gegeben an." Es sei die einzige Tauchergruppe an der Westküste, die ständig einsatzbereit ist, so Jürgen Dahlkemper. Die Politiker seien beeindruckt gewesen vom Engagement und der "hohen Einsatzbereitschaft".

Auch die CDU bricht nach einem Besuch von Wehrführer Peter Happe und Bernd Paulsen, dem Verantwortlichen für die Tauchgruppe, in der Fraktion eine Lanze für die Taucher. "Wir haben nie gesagt, dass sie abgeschafft werden sollen", betont Fraktionsvorsitzender Ralph Busch. Die Einsätze zeigten, dass die Gruppe eine Berechtigung habe.

Das Gespräch habe auch eine neue Perspektive eröffnet, ergänzt Dr. Markus Müller: "Die Feuerwehr sieht sich als eine Institution. Sie sind bereit, 5000 Euro insgesamt im Feuerwehrbereich einzusparen." Das sei ermutigend.

Die Kreise seien in der Pflicht. Dass sie sich nicht beteiligen, sei "eine Unverfrorenheit", sagt Müller. Es sei ein typisches Beispiel dafür, dass "die Kommunen immer die Gekniffenenen sind".

Am Montag wird die CDU im Finanzausschuss einen Antrag stellen, der drei Punkte umfasst: Zum einen soll die Verwaltung eine Gebührensatzung für die Wehr fertigen. Einsätze, die nicht unmittelbar der Lebensrettung dienen, sollen in Rechnung gestellt werden können.

Die Haushaltsmittel für die Wehr sollen ab 2012 um 5000 Euro gekürzt werden.

Und es sollen die Gespräche mit den Kreisen über die künftige Finanzierung weitergeführt werden.

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