zur Navigation springen

Itzehoe : Politik bekennt sich zu Störauf-Plänen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eine Mehrheit der Itzehoer Politiker unterstützt das Konzept für einen Wasserlauf in Itzehoe. Lediglich die kleinere Parteien äußern Bedenken.

Als Ausschuss-Vorsitzender Sönke Doll (SPD) ein „klares Bekenntnis“ zu den Störauf-Plänen forderte, bekam er Applaus von den Zuhörern. Die waren am Dienstagabend zahlreich erschienen, um der Debatte des Stadtentwicklungsausschusses zu lauschen. Die Frage, ob die Pläne des Vereins Störauf, die alte Störschleife in Itzehoe nachzubilden und das Wasser zurück in die Stadt zu holen, Teil der geplanten Innenstadtsanierung werden sollen, stand im Mittelpunkt.

Zwar finden die Störauf-Ideen längst Erwähnung in den Plänen, mit denen die Stadt beim Kieler Innenministerium um Städtebaufördermittel werben will. Aus Sicht des Vereins ist die Formulierung jedoch noch nicht konkret genug. Statt von „Naherholungsflächen“ auf dem alten Störverlauf solle explizit das Wort „Wasser“ auftauchen, forderte der Störauf-Vorstand in einer schriftlichen Stellungnahme. Außerdem solle die wasserbauliche Studie, die der Verein vor einigen Jahren bereits erstellen ließ, mit nach Kiel eingereicht werden.

Was die Zuhörer im Ausschuss erlebten, war eine zähe Frage-Antwort-Runde, in der die Vertreter der kleineren Fraktionen ihre Zweifel an den Störauf-Plänen vorbrachten. Es gebe aus seiner Sicht „zu viele Ungereimtheiten technischer Art“, meinte Linken-Vertreter Ernst Molkenthin. Er löcherte Stadtwerke-Chef Manfred Tenfelde mit technischen Fragen zur Entwässerung und forderte eine Machbarkeitsstudie. Auch UWI-Politiker Hans-Emil Lorenz verlangte konkretere Planungen: „Wenn wir das jetzt beschließen, hat es eine Verbindlichkeit, ohne dass wir Zahlen und Fakten kennen.“ Weitere Kritik entzündete sich an Details wie den hohen Stromkosten für die Umwälzung des Wassers in der neuen Störschleife (Günter Wolter, IBF) und der mangelnden Berücksichtigung erneuerbarer Energien im Störauf-Konzept (Henning Wendt, Grüne).

Bauamts-Leiterin Bettina Bühse und Stadtplaner Marc Springer entkräfteten alle Kritikpunkte mit dem Verweis auf den derzeitigen Stand der Planungen. „Wir stehen in der Städtebauförderung ganz am Anfang“, so Bühse. Zum jetzigen Zeitpunkt gehe es nur um ein grundsätzliches Bekenntnis der Politik zu den Störauf-Plänen. Details mit konkreten Planungen, Kostenschätzungen und Zahlen werde dann erst ein geplanter städtebaulicher Wettbewerb hervorbringen.

Das klare Bekenntnis lieferten schließlich die Vertreter der beiden großen Parteien. Ausschuss-Vorsitzender Sönke Doll (SPD) sprach von einem „tollen Konzept für Itzehoe“ und wetterte gegen die „Verschwörungstheorien“ seiner politischen Gegner. Und Heinz Köhnke (CDU) forderte, ein „eindeutiges Signal“ nach Kiel zu senden. „Nur so werden wir dort gehört.“

Am Ende stimmten acht von elf Ausschuss-Mitgliedern für eine stärkere Einbeziehung der Störauf-Pläne in das Städtebau-Konzept. Die Vertreter von FDP, UWI und IBF enthielten sich. Der Forderung des Vereins, seine Planungen mit nach Kiel einzureichen, kommen die Itzehoer Politiker jedoch auf Empfehlung der Stadtverwaltung nicht nach. Im Moment gehe es nur darum, Maßnahmen zu benennen und nicht zu detaillieren, hieß es zur Begründung.

Die anwesenden Störauf-Vertreter waren mit dem Beschluss zufrieden: „Das ist ein gutes Signal. Ich freue mich, dass unsere fünf Jahre lange Arbeit nicht zunichte gemacht wurde“, sagte Vorstands-Mitglied Hilke Jeppe auf Nachfrage. Nun gelte es abzuwarten, welche Rückmeldung das Innenministerium sende. Zuvor beschäftigt sich am 16. Dezember noch die Ratsversammlung mit den Plänen. Deren Zustimmung gilt jedoch als sicher.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 08.Dez.2016 | 04:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen