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Arbeitsgericht : Pohl-Boskamp: Verhandlung verschoben

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Verhandlung um die fristlose Kündigung des Pohl-Boskamp-Betriebsrates wurde Donnerstag nach einer halben Stunde verschoben. Grund: Der neue Anwalt des Unternehmens muss sich erst einarbeiten. Der bisherige Anwalt Corvin Fischer wurde kurzfristig ersetzt.

Amtsenthebung und Auflösung des gesamten Betriebsrates des Pharma-Unternehmens Pohl-Boskamp – dazu gab es Donnerstag noch kein Urteil vor dem Elmshorner Arbeitsgericht. Nach kurzer Verhandlung wurde der Termin einvernehmlich auf den kommenden Mittwoch vertagt.

Der neue Pohl-Boskamp-Anwalt Paul Schreiner hatte um die Verlegung gebeten. Grund: der Essener Fachanwalt für Arbeitsrecht hatte erst am Tag zuvor gegen 16 Uhr die Akten erhalten und konnte sich noch nicht einarbeiten. Pohl-Boskamp hatte kurzfristig den Anwalt gewechselt. Noch am Dienstag, da ging es um die Kündigungen von zwei Betriebsräten, hatte Corvin Fischer die Hohenlockstedter Firma vor dem Elmshorner Arbeitsgericht vertreten. Fischer war durch die Vertretung des NPD-Anwaltes Jürgen Rieger und „Richter Gnadenlos“ Ronald Schill bekannt geworden.

Das Interesse am Verfahren war groß – der Saal im Arbeitsgericht war voll besetzt, immer wieder mussten neue Stühle hineingetragen werden. Auch zahlreiche Betriebsräte anderer Firmen und führende Vertreter der Gewerkschaften , so unter anderem Dr. Susanne Uhl, Geschäftsführerin der DGB-Region Nord, waren als Beobachter beim nicht alltäglichen Verfahren anwesend.

Wie berichtet, hatte das Unternehmen allen neun Betriebsratsmitgliedern eine fristlose Kündigung geschickt. Die Firma sah keine Basis einer Zusammenarbeit mehr, weil sich der Betriebsrat nach schon länger währenden Konflikten geäußert hatte, dass er sich in seiner Arbeit von der Geschäftsführung eingeschränkt fühlt. Bereits zuvor hatten einzelne Mitglieder des Betriebsrates aus unterschiedlichen Gründen Kündigungen erhalten. Da der Betriebsrat seine erforderliche Zustimmung zu den Kündigungen naturgemäß jedoch verweigerte, zog das Unternehmen vor das Arbeitsgericht. Erste Verhandlungen in dieser Woche gingen zugunsten der Betriebsratsmitglieder aus.

Neben der Zustimmung zu den Kündigungen will Pohl-Boskamp vor Gericht außerdem die Auflösung und Amtsenthebung des Gremiums erreichen.

Dem Verlegungswunsch des Pohl-Boskamp-Anwaltes Paul Schreiner schloss sich nach einer internen Besprechung mit dem Gericht auch die Arbeitnehmerseite an. „Wir hoffen, dass wir damit zu einem geordneten Verfahren zurückkommen und die Vorwurfe, die ohne Substanz sind, sauber aufarbeiten können“, sagte Ralf Erkens, Bezirksleiter der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie nach dem Termin.

 

 

>Die Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Elmshorn wird Mittwoch, 28. August, um 13.30 Uhr fortgesetzt.

 

 

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erstellt am 22.Aug.2013 | 16:47 Uhr

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