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Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 09:45 Uhr

Kultur : Poetische Songs in der guten Stube

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wohnzimmerkonzert mit Liedermacher Joshua bei Familie Suhl in Wilster. Begeisterte Nachbarn und Freunde spendeten großen Applaus

Das geräumige Wohnzimmer steht voller Stühle – und natürlich kann auch auf dem Sofa oder in den Sesseln Platz genommen werden. Gemütlich plaudernd warten Nachbarn, Freunde und Arbeitskollegen in der Stube von Thomas und Gitta Suhl auf ein besonderes Erlebnis. Sie alle haben eine Einladung zum Woziko bekommen, einem Wohnzimmerkonzert mit Liedermacher und Songpoet Joshua. Das Wohnmobil vor der Haustür hat schon jeden neugierig gemacht auf den Künstler, der quer durch die Republik tourt, um mit seinen Texten zur Gitarrenbegleitung sein jeweils eher kleines, aber feines Publikum zu begeistern. Um es vorweg zu nehmen: Im Wohnzimmer der Familie Suhl gelingt ihm das im Handumdrehen.

Thomas und Gitta Suhl kamen auf die Idee, ihr Wohnzimmer in einen kleinen Konzertsaal zu verwandeln, nachdem Regina Klabunde davon geschwärmt hatte. Die Wilsteranerin hatte vor zwei Jahren zum ersten Mal ein Woziko mit Joshua erlebt. „Sie fragte, ob wir das nicht auch mal hier in der Ostlandsiedlung machen wollten“, erzählt Gitta Suhl. „Ich fand das total schön“, begründete Regina Klabunde ihre Begeisterung. „Seine Texte vermitteln etwas, regen zum Nachdenken an“, fügte sie hinzu. Das machte auch Familie Suhl neugierig. Thomas Suhl setzte sich an den Computer und füllte das Formular für die Anfrage aus. Im vergangenen Jahr war kein Termin mehr frei, jetzt aber war es endlich so weit. „Wir sind ganz gespannt“, sagte Thomas Suhl bei der Begrüßung der Gäste und wünschte allen viel Spaß.

Das Publikum erlebte ein kurzweiliges, zweistündiges Konzert, in dem Joshua Carson (Künstlername) locker pointiert von sich und seiner Musik erzählte und zur Gitarre eigene Texte ebenso wie Lieder von Reinhard Mey und den Beatles sang. „Schön, dass ihr da seid“, sagte Joshua mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen und spielte den ersten Song, mit dem er die Gäste schon „ein Stück glückwärts“ mitnahm. Der Künstler aus Bad Schwartau bekannte, früher auf der Suche nach dem Glück an einen kompletten Neuanfang in Südeuropa oder irgendwo sonst gedacht zu haben. Aber er stellte fest, dass man woanders „nicht glücklicher ist als hier“. „Glücklich werden kann man überall, auch in Wilster“, meinte er und lachte als viele im Publikum bekräftigten: „Gerade in Wilster!“

Die Besucher erfuhren, dass Joshua nach dem Abitur eine Ausbildung in der IT-Branche absolvierte, aber seine Liebe zur Musik zum Beruf machte, Straßenkünstler wurde. Vor einigen Jahren entschied er sich für die Wozikos, gab seine Wohnung in Bad Schwartau auf, fährt im Wohnmobil von Auftritt zu Auftritt. Etwa 180 sind es im Jahr. In seinem Programm wechselte Joshua von Konzert- zu Westerngitarre und Gitalele (Mischung aus Gitarre und Ukulele). Durch den engen Kontakt zwischen dem Interpreten und den Zuhörern entstand eine besondere Konzertatmosphäre, die so eben nicht in einem Saal erlebbar ist. Geschichten und Lieder sorgten für Gänsehaut pur, vor allem beim Mey-Song „Über den Wolken“ , bei dem das Publikum im Wohnzimmer mit einstimmte. „Mir hat’s gefallen, euch auch?“, fragte am Ende Thomas Suhl seine Gäste, die mit starkem Applaus „antworteten“ – und der allgemeinen Einladung an Joshua, doch gerne mal wiederzukommen.

 

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erstellt am 27.Apr.2016 | 12:00 Uhr

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