Plüschtier Fred umschifft die Welt

Wo alles begann: Fred auf der Schleuseninsel vor der Verkehrszentrale in Bruns büttel.  Foto: fotos: www.fratwo.de
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Wo alles begann: Fred auf der Schleuseninsel vor der Verkehrszentrale in Bruns büttel. Foto: fotos: www.fratwo.de

Geschichten von Menschen und der See möchten Axel Will und Martin Leuschner erzählen/ Kuscheltier Fred tourt für sie über die Meere

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29. Oktober 2011, 07:05 Uhr

Brunsbüttel | Plüschtiere - die meisten von ihnen fristen in Kinderzimmern oder auf den Rücksitzen von Autos, drapiert auf Sofalehnen oder ausgestellt in Vitrinen ein eher schlichtes Leben. Allenfalls in den Kindergarten oder auf den Spielplatz darf das allerliebste Kuscheltier mal mit. Ganz anders bei "Fred", dem Erdmännchen. Bei dem 30 Zentimeter großen Tier mit der leuchtend orangefarbenen Rettungsweste heißt es "Abenteuer statt Tristesse".

Im Juli vergangenen Jahres schickten ihn seine "Väter", der Eddelaker Lotse Axel Will und der Wedeler Software-Entwickler Martin Leuschner, auf große Fahrt. "Die Idee ist, dass Fred von Schiff zu Schiff weiter gereicht wird und er von seinen Erlebsnissen an Bord, beim Landgang oder auch unter Wasser berichtet", erzählt Mit-Erfinder Martin Leuschner. Die Crewmitglieder machen dabei als Paten des Plüschtieres Fotos und schreiben die Texte. Will und Leuschner übersetzen sie ins Deutsche und stellen Fotos und Texte (in deutscher und englischer Fassung) auf die Fred-Homepage www.fred-around-the-world.de.

Seitdem umschifft der kleine Kerl die Welt - erlebt den Luxus auf Kreuzfahrtschiffen, geht mit Expeditionsschiffen auf Tour, erkundet an Land Städte wie Kopenhagen, New York oder Rio de Janeiro, feiert mit der Crew wilde Partys - oder taucht im norwegischen Fjord ab.

"Das Ziel unseres Projektes ist es, Geschichten über Menschen und Schiffe zu sammeln. Es ist ein Projekt, an dem sich Menschen aus der ganzen Welt beteiligen", sagt Martin Leuschner, der wie sein Kollege Axel Will begeistert und gleichzeitig erstaunt ist von dem Erfolg und der Eigendynamik, die die "Fred-Tour" mittlerweile ausmacht. Das war am Anfang keineswegs abzu sehen. Zunächst hatten die beiden Erfinder Schwierigkeiten, eine passende Figur zu finden. "Die Idee, ein Plüschtier auf Große Fahrt zu schicken, hatte ich ganz spontan, als ich an Bord eines Schiffes einen Schlüsselanhänger mit einem Stofftier in der Hand hielt. Nur das passende Tier konnten wir zunächst nicht finden", erzählt Axel Will.

Nicht zu klein sollte es sein, damit es auf den Fotos auch gut zu erkennen ist. Und auch nicht zu groß, damit es leicht von Schiffscrew zu Schiffscrew gereicht werden kann. Außerdem sollte es nicht irgendeine Figur sein, bei deren Verwendung es womöglich Schwierigkeiten mit der Herstellerfirma geben könnte. Der 50-Jährige Will und der 31-Jährige Leuschner gingen auf Nummer sicher - in einer thüringischen Firma fanden sie den passenden Hersteller.

Dann konnte es los gehen. "Fred ging in Brunsbüttel auf ein Containerschiff, das ihn mit auf eine Europareise nahm. Später ging er an Bord eines Kreuzfahrtschiffes", erinnert sich Martin Leuschner. Mehrere Wochen dauerte die Tour - am Ende schien Fred verschwunden zu sein. Ein Steckbrief an Bord brachte nichts. Das Projekt drohte zu scheitern. "Zum Glück haben wir ihn über die Reederei ausfindig machen können", freut sich Martin Leuschner.

Mittlerweile hat das kleine Erdmännchen eine große Fangemeinde - an Bord wie an Land. Die Besatzungen nehmen ihn mit Begeisterung mit auf die Reise, auf Freds Hompage finden sich im Gästebuch nur Lobeshymnen seiner Anhänger. Die siebenjährige Lara-Sophie schreibt darin: "Fred - ich wünsche Dir viel Glück bei Deinen Reisen. Du bist ein guter Freund. Du bist so mutig. Ich möchte Du sein."

www.fred-around-the-world.de.

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