Modellprojekt : Plietschhuus – ein Juwel der Region

Muss während des Umbaus improvisieren: Schulleiterin Elsbet Glindemann.
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Muss während des Umbaus improvisieren: Schulleiterin Elsbet Glindemann.

Die Umbauarbeiten in der Grundschule Brokstedt dauern bis März. Das Land fördert das Modellprojekt mit 700 000 Euro.

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23. Januar 2015, 17:00 Uhr

Noch gehen die Handwerker ein und aus, in manchen Räumen der Schule stapeln sich Bücher neben Ordnern und Kopierpapier. Schulleiterin Elsbet Glindemann, ihr Kollegium und die 150 Grundschüler müssen noch bis März improvisieren – dann soll aus der Grundschule das Plietschhuus geworden sein. Aus der einst reinen Schule wird dann ein Treffpunkt für Jung und Alt und ein Bildungszentrum – nicht nur für Brokstedt, auch für die umliegenden Dörfer. „Das Plietschhuus wird ein Juwel in der Region“, ist Schulverbandsvorsteher und Bauherr Dr. Heinz Seppmann überzeugt.

Nach Ende der Bauarbeiten kommt noch der Feinschliff. Vermutlich im April soll das im Land einmalige Projekt dann der Bevölkerung mit einem Tag der offenen Tür präsentiert werden. „Wir sind etwas im Verzug, eigentlich sollten die Arbeiten bereits Weihnachten beendet gewesen sein“, sagt Seppmann. Den hohen Stellenwert, den das Projekt in Kiel genießt, verdeutlicht die Finanzierung: das Land schießt 700  000 Euro zu, knapp 200  000 Euro kommen vom Schulverband Brokstedt. Diese Summe sei dann aber auch die Obergrenze, so der Schulverbandsvorsteher, der sich jeden Mittwoch mit den verantwortlichen Vertretern der Ingenieurbüros, seiner Stellvertreterin Diane Danielsen und Bürgermeister Clemens Preine zur Baubesprechung trifft.

Mit dabei ist auch Schulleiterin Elsbet Glindemann, die die Öffnung der Schule begrüßt. „Die Schule rückt wieder in das Zentrum des Ortes.“ Sie öffne sich, erfahre eine Bereicherung und eine Erweiterung. Dazu soll das Plietschhuus wie bisher auch ein Lernort für alle Kinder des Schulverbandes mit ihren unterschiedlichen Potenzialen sein, gleichzeitig aber auch Raum für Kultur sowie soziale und therapeutische Angebote bieten. Die Bücherei und das Archiv werden einziehen, zahlreiche Vereine werden eine Heimstatt und eine Bühne im Kulturraum bekommen. Dazu werden die Räume teilweise umgestaltet, das Gebäude wird auf den neusten brandschutztechnischen Stand gebracht und energetische Arbeiten werden vorgenommen. Dazu zählen einige neue Fenster, eine moderne Heizungsanlage und ein Blockheizkraftwerk, mit dem später auch das Wasser im benachbarten Freibad beheizt werden könnte. „Die Vorarbeiten dazu werden ausgeführt“, sagt Torsten Beckmann vom Ingenieurbüro Kohn (Barmstedt). Gearbeitet wird auch an der Beleuchtung und an der Barrierefreiheit – unter anderem mit einem Fahrstuhl. „Zur besseren Sprachverständigung werden außerdem neue Akustikdecken eingezogen“, erläutert Carsten Voß vom begleitenden Architekturbüro Roggenkamp und Bley aus Kollmar.

„An der Konzeption waren im Vorwege im Rahmen einer Ideensammlung auch die Vereine beteiligt“, erklärt Bürgermeister Clemens Preine. Als Ort bot sich die Schule an, die von einst 400 auf jetzt 150 Schüler schrumpfte, weil die ehemalige Hauptschule wegfiel. „Wir sind sehr froh, dass wir dann den Zuschlag vom Land für die Förderung erhalten haben“, sagt Dr. Heinz Seppmann, dessen Schulverband Träger der Einrichtung und somit Bauherr ist. So könne das Gebäude langfristig weitergenutzt werden.

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