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Jugendpsychiatrie : Platz für Kinder mit Problemen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Tagesklinik „Störpiraten“ am Klinikum Itzehoe soll vergrößert werden – aber erst mittelfristig.

von
erstellt am 15.Mai.2017 | 05:00 Uhr

Sie ist nicht voll, sondern übervoll: „Wir sind über den Rand der Auslastung“, sagt Andrea Lau, Leiterin der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie „Störpiraten“ des Klinikums Itzehoe. Erste Schritte zur Abhilfe sind eingeleitet. Doch bis zur Umsetzung wird es noch dauern.

Im September 2012 wurde die Tagesklinik eingeweiht. Mit zwölf Plätzen, so wie praktisch überall im Land, sagt Krankenhausdirektor Bernhard Ziegler. „Dass diese zwölf Plätze auf mittlere Sicht nicht ausreichen würden, war allen Beteiligten schon bei der Grundsteinlegung klar.“ Die Tagesklinik steht am Ende des Mecklenburger Wegs, inzwischen ist ein benachbartes Grundstück in den Blick geraten mit einem ebenfalls vom Klinikum genutzten Einfamilienhaus. „Wir haben schon davon geträumt, unsere Institutsambulanz in dieses Haus zu setzen“, so Andrea Lau.

Diese ist der erste Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche mit Problemen. Dabei gehe es um eine Vorfilterung, sagt die Ärztin: Ist wirklich eine Betreuung bei den „Störpiraten“ nötig oder geht es um Fragen der Jugendhilfe oder der Pädagogik? „Sonst werden wir der Situation gar nicht mehr Herr.“ Aktuell betrage allein die Wartezeit für ein Erstgespräch sechs Wochen, so Andrea Lau. Dann folgt die Behandlung – wenn nötig und möglich. „Wir haben noch nicht einmal allen Kindern, die im letzten Quartal 2016 vorgestellt wurden, einen Platz anbieten können. Der Bedarf ist riesig groß.“ Teilweise würden ein oder zwei Plätze mehr in der Klinik belegt, doch es reicht längst nicht. Die Palette ist groß: von angehenden Erstklässlern mit problematischem Verhalten bis zu aggressiven oder depressiv erschöpften Schülern. Gerade zwischen den Oster- und Sommerferien nehme die Zahl der Fälle deutlich zu, schildert die Leiterin. „Aus welchen Gründen auch immer.“ Umso schöner wäre eine Institutsambulanz auf dem Nachbargrundstück.

Möglich wäre diese im vorhandenen Haus oder einem Neubau – beides gestattet der Bebauungsplan, der gerade im Stadtentwicklungsausschuss die nächste Hürde im Verfahren nahm. Das heißt aber nicht, dass bald gebaut wird: „Wir werden auf mittlere Sicht in irgendeiner Form erweitern müssen“, sagt Klinikdirektor Ziegler über die Tagesklinik. Aber es gibt keine konkrete Planung, erst sind andere Projekte abzuarbeiten: der Neubau der Psychiatrie sowie voraussichtlich ab Herbst der Bau des neuen Bildungszentrums sowie einer Palliativstation.

Fehlender Platz ist nicht das einzige Problem bei den „Störpiraten“. Sie habe ein tolles Team, sagt Andrea Lau – aber sie ist nach wie vor die einzige Fachärztin. Nicht, dass es nicht versucht würde. Eine Stelle ist ausgeschrieben, aber: „Es bewirbt sich keiner.“

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