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Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 11:12 Uhr

Platz für alle Generationen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gute Bilanz ein Jahr nach der Einweihung: Brokdorfer Freizeitstätte wird gut angenommen

shz.de von
erstellt am 25.Aug.2015 | 16:07 Uhr

„Unser Mehrgenerationenplatz wird sehr gut angenommen. Damit sind wir von der Gemeinde überaus zufrieden.“ Das bestätigte der Brokdorfer Gemeindevertreter Olaf Stahl nach fast einjährigem Betrieb der Anlage, die von der Gemeinde mit Baukosten von 145  000 Euro erstellt und im Oktober 2014 in Betrieb genommen worden war. Der Kinderspielplatz ist der Hit bei dem Nachwuchs, an den Fitnessgeräten trainieren Jung und Alt und der Bouleplatz ist zu einem wöchentlichen Treffpunkt vor allem der älteren Brokdorfer geworden.

„Wegen der Urlaubs- und Ferienzeit sind wir heute nur in kleiner Besetzung hier“, bedauerte der 68 Jahre alte Siegfried Mahn. Bei warmem Sommerwetter hatten er und seine ein Jahr jüngere Ehefrau Karin, die 63-jährige Vaida Bielenberg und das 74 Jahre alte Ehepaar Gerd und Freya Liebner viel Spaß auf der Boulebahn. Jeder Wurf, bei dem die silberne Kugel dem kleinen „Schweinchen“ nahe kam, wurde beklatscht. „Ein idealer Sport und Freizeitbeschäftigung gerade für uns älteren Menschen“, hat Gerd Liebner das Boule-Spiel lieb gewonnen. Zu den Bouleabenden immer donnerstags um 19 Uhr kommen sonst erfahrungsgemäß stets zehn bis zwölf Personen. An diesem Abend traten nur fünf Männer und Frauen gegeneinander an: Die drei Damen mussten jeweils zwei, die beiden Männer jeweils drei Kugeln dem Ziel nahebringen.

Unterdessen nutzte eine Asylbewerberfamilie aus Wilster den Mehrgenerationenplatz, um nach einem Besuch im Freibad die Wartezeit auf den Bus auszufüllen. Während die 38-jährige Leila Antschakova noch die Ruhe auf einer Sitzbank genoss, kletterten ihre zwei Töchter auf dem Gittergerüst und versuchten sich auch an den Trimmgeräten. Mutter Leila stammt aus der russischen Kaukasusrepublik Inguschetien und lebt seit 2009 in Deutschland, anfangs in Thüringen und seit drei Jahren in Wilster, wo sie mit ihrem tschetschenischen Freund und den beiden Töchtern Amina (8) und Alina (6) eine Wohnung in der Etatsrätin-Doos-Straße bewohnt. Sie sind als Asylbewerber anerkannt. Die 38-Jährige hat in ihrer Heimat an der Universität Finanz- und Kreditwirtschaft studiert und möchte gern in diesem Bereich einen Job finden. Vorher aber freut sie sich auf einen in Itzehoe stattfindenden Deutschkursus. Ihre in Deutschland aufgewachsenen Kinder sprechen inzwischen sehr gut Deutsch.

Die intensivsten Nutzer der Fitnessgeräte ist eine Gruppe junger Männer aus Brokdorf und Wilster. Sie trifft sich immer mittwochs um 17 Uhr zu einem rund zweistündigen Training auf dem Mehrgenerationenplatz. Zu ihnen gehört auch Christopher Calm aus Brokdorf. Der 32-jährige Familienvater nutzt jede Möglichkeit, um nach seiner Querschnittlähmung als Folge eines schweren Verkehrsunfalls Muskeln aufzubauen und fit zu bleiben. Dankbar ist er für die Unterstützung durch seine Freunde, die ihn aus dem Rollstuhl auf die Sportgeräte heben. „Das klappt ganz gut“, erzählt der Brokdorfer ehemalige Sportlehrer von Fortuna Glückstadt.

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