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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 17:40 Uhr

Plattschnacker im Colosseum – dat is klor

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 20.Mär.2015 | 17:30 Uhr

Er kam mit dem Hollandfahrrad seines Großvaters als Entwicklungshelfer für Plattdeutsch extra aus Äthiopien. Heute ist er einer der gefragtesten Plattschnacker im Norden – Yared Dibaba. Der 45-Jährige war zu Gast beim Plattdeutschen Abend des Regionalvereins Wilstermarsch im Colosseum.

Schon vor Wochen hieß es für die Veranstaltung „ausverkauft“ und bereits weit vor Beginn des Abends strömten die Gäste ins Colo. Dibaba erzählte, er sei von den Dorfbewohnern in Oromia beneidet worden, weil er Plattdeutsch sprechen konnte. „Heute wollen wir uns mit Anglizismen von der Menge abheben.“ Der NDR-Moderator forderte die Zuhörer auf, statt „okay“ lieber „is klor“ oder „is god“ zu sagen. „Op Platt könnt ju allens seggen, ob Schietwetter oder Schietbüddel – machen Sie das mal in Hochdeutsch.“

Er gab Beispiele aus dem täglichen Leben und berichtete von seiner Fernseharbeit mit Plattschnackern in der ganzen Welt. „Wi schulln nich klogschieten bien Plattsnacken, sonnern de Lüüd ünnerstützen. Dat richtige Platt gifft dat sowieso blots in Ostafrika!“

Der Chor Die Nordlichter war nicht nur für den musikalischen Teil verantwortlich, die Männer um Hans-Otto Sönnichsen fungierten auch als Plattdeutsch-Polizei und schritten ein, wenn Dibaba von Selfies oder Handys sprach oder ein Okay in die Menge rief. Sänger Harald Spankow moderierte die Lieder von Herrn Pastor sien Koh, vom Grog, dem Tüdelband oder Kap Horn an.

In der Pause waren Antje Bunge und Doris Lähn am Büchertisch gefordert. Yared Dibaba schrieb nicht nur persönliche Widmungen in seine Bücher, er unterhielt sich mit den Marschmenschen und ließ sich bereitwillig fotografieren.

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