Plattdeutsch lernen in gemütlicher Runde

Zwei Treffen im Monat: Die Platt-Schöler in der Bibliothek des himmel + erde.
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Zwei Treffen im Monat: Die Platt-Schöler in der Bibliothek des himmel + erde.

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23. Juni 2014, 05:00 Uhr

Eine erfreuliche Bilanz ziehen die Steenborger Platt-Schöler nach einem guten halben Jahr. Das regelmäßige, zwanglose Lernangebot für Plattdeutsch-Begeisterte aus dem ganzen Kreis Steinburg wird gut angenommen.

Karl-Heinz Rübcke, pensionierter Schulleiter aus Lägerdorf, und Marita Brunswik aus Hohenlockstedt, Sprecherin der Steenborger Plattsnacker, hatten die Initiative ergriffen und laden seit November zweimal monatlich in das Restaurant himmel + erde ein. Zentral in der Kreisstadt gelegen und barrierefrei auch für Rollstuhlfahrer zugänglich – das waren wichtige Kriterien für die Wahl dieses Standorts.

„Plattdüütsch vertelln, lesen, snacken und vordrägen“ sind die erklärten Ziel des lockeren Plattdeutsch-Unterrichts bei Kaffee und Kuchen. Karl-Heinz Rübcke, der seit langem plattdeutsche Volkshochschulkurse leitet, bereitet sich mit der Auswahl der Themen und Literatur auf jedes Treffen der Platt-Schöler gezielt vor. „Toeerst hebbt wi hatt, wie wi mit de Kinner ümgeiht“, sagt Schoolmester Rübcke. Das Material dazu hätten Werke von Reimer Bull geliefert.

Fritz Reuter, Rudolf Tarnow oder auch der Steinburger Günter Baumann, der sogar über die Europa-Verfassung gedichtet hat, die Autoren und ihre Werke sind vielfältig. Ob Platt aus Holstein, Dithmarschen oder Mecklenburg – die regionalen Feinheiten und Unterschiede der niederdeutschen Sprache werden herausgearbeitet. Das ungewohnte mecklenburgische Platt braucht dabei besondere Aufmerksamkeit. Rübcke legt Wert darauf, dass neben dem Spaß die Verbesserung der Vortragsweise nicht zu kurz kommt. Blickkontakt zum Publikum sei ganz wichtig, damit der Funke überspringe, betont er. Außerdem müsse der Vortragende den Text gut kennen.

Ursel Wolf kommt regelmäßig zu den Nachmittagen im himmel + erde und fühlt sich in der meistens etwa zehnköpfigen Runde wohl. „Wi wüllt Plattdüütsch leern“, sagt sie und fährt dann vorsichtshalber auf Hochdeutsch fort: „Ich spreche es zwar nicht gut, aber verstehen kann ich das.“

Restaurantleiter Werner Ehart begrüßt das Engagement der Steenborger Platt-Schöler: „Sie sind gern gesehene Gäste, die uns das Plattdeutsche ein bisschen näher bringen.“ Für seinen italienischen Kollegen und ihn als Österreicher sei das eine Bereicherung.

Heute haben die Platt-Schöler ihr letztes Treffen vor der Sommerpause. Am 8. September beginnt der Unterricht wieder, der jeweils am zweiten und vierten Montag eines Monats von 15 bis 16.30 Uhr stattfindet. Die Teilnehmer treffen sich aber meistens schon ab 14 Uhr, um vor dem Unterricht gemütlich Kaffee zu trinken.

„Jeder Interessierte kann jederzeit einsteigen“, sagt Marita Brunswik. Der Unterricht wird ehrenamtlich angeboten. Für den Beitrag zu den Materialkosten werden jedes Mal zwei Euro pro Person erhoben.
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Auskunft und Anmeldung bei Karl-Heinz Rübcke, 04828/6390, ab 18 Uhr oder bei den monatlichen Unterhaltungs-Veranstaltungen der Plattsnacker.


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