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Fortbildung op Platt : Plattdeutsch kinderleicht vermittelt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund bringt Erziehern und Grundschullehrern in Horst Niederdeutsch bei – und die Kinder gucken zu.

„Buten an de Luft – Binnen in de Stuuv“. Unter diesem Motto hatte der Schleswig-Holsteinische Heimatbund zu einer Fortbildungsveranstaltung in den Kindergarten der Arbeiterwohlfahrt in Horst eingeladen. Das Plattdeutsch-Seminar richtete sich an Mitarbeiter in Kindertagesstätten, Grundschullehrer und andere interessierte Personen aus ganz Schleswig-Holstein.

Zu Beginn fiel es manchem schwer, sich auf Niederdeutsch vorzustellen. Doch die anfängliche Hemmung sollte sich schnell geben. Die beiden Referentinnen, die Schwestern Marianne Ehlers und Renate Poggensee, sind auf Eiderstedt mit Plattdeutsch aufgewachsen und haben ihre Muttersprache mit in ihr Berufsleben genommen: Renate Poggensee als Leiterin des ADS-Kindergartens Tönning und Seminarleiterin für Plattdeutsch, ihre Schwester als Mitarbeiterin des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes und niederdeutsche Autorin. Sie veranschaulichten, wie Plattdeutsch leicht in den Tagesablauf der Kinder eingeflochten werden kann, informierten über Literatur, Arbeitsmappen und Spielmaterial.

„In Kindergärten und Grundschulen lernen die Kinder, spielend mit Sprachen umzugehen. Kleine Kinder haben einen ganz natürlichen Zugang zu Sprachen, weil sie neugierig und kontaktfreudig sind“, betonten die Referentinnen. Die zweite Sprache werde mit der gleichen Mühelosigkeit wie die erste erworben. Inzwischen sei man, gestützt durch wissenschaftliche Nachweise, überzeugt davon, dass Zwei- oder Mehrsprachigkeit dem Kind in seiner geistigen und sozialen Entwicklung nütze. Kinder müssten die gesprochene Sprache allerdings ständig hören, um sie sich aneignen zu können. Spiele für draußen und drinnen eigneten sich gut dafür. Im Awo-Kindergarten Horst bestätigt sich das unbewusste Platt-Lernen durch wiederkehrende Rituale und Gewohnheiten, wie Tischsprüche und Geburtstagslieder, übrigens schon seit Jahren.

Wie schnell auch Ungeübte die alte norddeutsche Sprache übernehmen können, zeigte eine Spielrunde mit dem Satz: „Moin, ik bün de lütte Muus, un wokeen büst du?“ Jeder gab die Frage an seinen Nachbarn weiter, bis sich der Kreis schloss. Marianne Ehlers empfahl, das Beispiel mit Kindern auszuprobieren: „Wenn sei den Satz teihn mol hört hebt, köönt sei dat ok ganz fix.“

Beim gemeinsamen Singen von Kinderliedern, bei Gruppen- und Ratespielen verflog die Scheu, und die Teilnehmer hatten zunehmend Spaß an den erlernten Fähigkeiten, die sie nun an die Kinder ihrer Einrichtungen weiter geben wollen. Eine Spielebox mit Handpuppen und anderen spielerischen Lernhilfen, wie sie an 50 Modellschulen in Schleswig-Holstein in Gebrauch sind, könne bei ihr bestellt werden, erklärte Marianne Ehlers.

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erstellt am 28.Mai.2017 | 09:17 Uhr

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