Bildung : „Plattdeutsch ist einfach geil“

Schüler mit Jury (v.l.): Katarina Nagel, Kurt Ahmling, Jürgen Ruge, Michelle Averhoff, Jona Plett, Telse Möller-Göttsche, Lena Meifort, Ina Förthmann, Hans-Werner Speerforck, Josephine Westbrock, John Behrens, Bjarne Simon und Alec Strehlow nach erfolgreich absolviertem Lesewettbewerb.
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Schüler mit Jury (v.l.): Katarina Nagel, Kurt Ahmling, Jürgen Ruge, Michelle Averhoff, Jona Plett, Telse Möller-Göttsche, Lena Meifort, Ina Förthmann, Hans-Werner Speerforck, Josephine Westbrock, John Behrens, Bjarne Simon und Alec Strehlow nach erfolgreich absolviertem Lesewettbewerb.

Lena Meifort und Alec Strehlow gewinnen den Lesewettbewerb an der Gemeinschaftsschule Wilster.

shz.de von
25. Januar 2018, 05:40 Uhr

Mit seiner Einschätzung hatte Uwe Schröder nicht nur die Teilnehmer am Vorlesewettbewerb sofort auf seiner Seite, sondern auch die dicht besetzten Zuhörerreihen: „Plattdeutsch ist einfach geil“, befand der Moderator einer gelungenen Veranstaltung in der Mensa der Gemeinschaftsschule. Nach kurzen Beratungen der fünfköpfigen Jury rief Schröder auch die Schulsieger aus: die Wilsteranerin Lena Meifort (11) und der Nortorfer Alec Strehlow (16) hatten in ihrer jeweiligen Altersgruppe die Sache am besten gemacht. Auf dem jeweiligen 2. Platz landeten Bjarne Simon und Michelle Averhoff.

„In meiner Generation war noch Hochdeutsch die erste Fremdsprache“, erinnerte Uwe Schröder zum Auftakt an seine Schulzeit in Brokdorf und bekannte: „Dass das heute anders ist, hat unsere Generation vermasselt.“ Um die regionale Mundart am Leben zu halten, seien Wettbewerbe wie dieser so wichtig. Schröder ermunterte alldiejenigen, die des Plattdeutschen noch mächtig sind, sich als Sprachpaten zur Verfügung zustellen. Schulleiterin Marlis Krumm-Voeltz teilte am Rande mit, dass sie gerne eine Plattdeutsch-AG gründen würde – ihr dafür aber sprachkundige Anleiter fehlten. Im Mittelpunkt standen aber acht Schüler aus den 5. bis 7. und den 8. bis 10. Klassen, die Texte zum Teil auch mit sehr aktuellen Bezügen vielfach souverän meisterten – obwohl, wie Schulsieger Alec Strehlow bekannte, bei ihm zuhause gar nicht Plattdeutsch gesprochen werde. Uwe Schröder führte unterhaltsam durch den Abend, die Schulband hatte mit dem Klassiker „Dat du min Leevsten büst“ sogar eigens ein plattdeutsches Stück in ihr Repertoire aufgenommen. Dabei hatte der Moderator für jeden der mitunter doch ein bisschen aufgeregten Schüler auch noch aufmunterte Worte parat. Am Ende, so meinte er anerkennend, habe es ohnehin nur Gewinner gegeben. Den Schülern gab er den gut gemeinten Rat, es auch im Alltag immer wieder mit Plattdeutsch zu versuchen: „Am besten in der Disco. Ihr glaubt gar nicht, was man dann für Menschen kennenlernen kann.“ Für die beiden Schulsieger geht es jetzt erst einmal in die nächste Runde. Motto auch hier: „Platt - ik bün dorbi!“

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