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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 13:22 Uhr

Bauausschuss : Plathe-Villa: Herberge kein Thema

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ein Lärmschutzgutachten zum Bereich der alten Plathe-Villa an der Koogstraße 108 empfiehlt den Verzicht auf einen Übernachtungsbetrieb. Die Grauen könnten sich dort jedoch eine Jugendherberge vorstellen.

von
erstellt am 15.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Für die einen ist es ein städtebauliches Sahnestück, für die anderen ein baufälliges Haus, das sich die Stadt keinesfalls ans Bein binden dürfe: die alte Plathe-Villa an der Koogstraße 108. Jetzt rückt das dem Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) gehörende Gebäude erneut ins Blickfeld. Am kommenden Dienstag befasst sich der Bauausschuss mit dem Grundstück.

Hintergrund: Auf dem hinteren Teil des Areals möchte die Bundespolizei ein neues Dienstgebäude für die 42 Brunsbütteler Beamten errichten. Die müssen ihr angestammtes Haus direkt an den Schleusen verlassen, weil dort das WSA in eigener Zuständigkeit die Deichverstärkung fortsetzen muss. Das Polizeigebäude muss abgerissen werden.

Die Bundespolizei will ihren Neubau auf einem Grundstücksteil der Plathe-Villa realisieren, weil dies eine noch passable Nähe zu den Schleusen ermöglicht. Denn die Mitarbeiter kontrollieren jedes die Schleusen passierende Schiff. Da gelten kurze Wege als unerlässlich. Unter anderem deshalb wird ein Umzug der Bundespolizei in das leer stehende ehemalige Aldi-Haus abgelehnt. Spätestens bei Veranstaltungen auf dem Gustav-Meyer-Platz gilt dies als Problem, weil der Weg an die Schleusen zu lange dauern würde.

Vor diesem Hintergrund entschied der Bauausschuss im August vorigen Jahres mit denkbar knapper Mehrheit, grünes Licht für das Bauvorhaben zu geben. Wann es dort losgehen soll, konnte der zuständige Flensburger Bundespolizeisprecher Hanspeter Schwartz gestern noch nicht sagen. Es gäbe noch Verhandlungen mit der Stadt.

Im Bauausschuss soll ein Teil des Grundstücks als Sonderfläche für die Bundespolizei festgesetzt werden. Das vordere Grundstück soll ebenfalls Sonderfläche werden für „Maritime Verwaltungsnutzung, Kultur und Tourismus“.

Letzteres ist ein Aspekt, den auch Ratsherr Heinz Zindler (Graue) begrüßt. Denn er könnte sich dort sogar eine Jugendherberge vorstellen. „Die Ecke ist hervorragend“, sagt er. „Wir sind da dran.“ Leicht gemacht werde es Investoren, weil die alte Villa nicht unter Denkmalschutz stehe. Das habe er sich von der zuständigen Behörde in Kiel bestätigen lassen.

Ein Lärmgutachten kommt allerdings zu einem anderen Schluss: Demnach ist dieser Bereich für eine Herberge nicht geeignet – es ist zu laut dort.

Das sieht auch Ausschussvorsitzender Michael Kunkowski (CDU) so: Der Geräuschpegel von in den Schleusen liegenden Schiffen sei für einen Übernachtungsbetrieb zu hoch. Außerdem stehe unmittelbar daneben bald ein Polizeigebäude, in dem rund um die Uhr Dienst geschoben werde. „Wer will denn da bauen?“, fragt Kunkowski und betont: „Die Stadt hat kein Interesse an der Villa – das ist ein Fass ohne Boden.“ Das Haus sei ein Fall für die Abrissbirne. Vor allem aber: Brunsbüttel könne sich den Grunderwerb dort gar nicht leisten.

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