Stadtentwicklung : Planen für den großen Wurf

Berliner Platz: Die Stadt soll mehr attraktive Plätze bekommen, so lautet ein Ziel der Innenstadt-Sanierung.
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Berliner Platz: Die Stadt soll mehr attraktive Plätze bekommen, so lautet ein Ziel der Innenstadt-Sanierung.

Die Innenstadt von Itzehoe soll saniert und umgestaltet werden – in diesem Jahr laufen bereits umfangreiche Vorarbeiten.

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02. Januar 2017, 04:57 Uhr

Itzehoe | Eines ist klar: „Es dauert noch, bis der Bagger rollt“, sagt Bauamtsleiterin Bettina Bühse. Dennoch wird 2017 ein wichtiges Jahr für das Vorhaben der Stadt, die Innenstadt zu sanieren und neu zu gestalten. Vorbereitung und Planung werden diese zwölf Monate beanspruchen. Oder eher mehr.


worum geht es?

Die Stadt ist Ende 2014 in das Bund-Länder-Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ (Asoz) aufgenommen worden. Der erste Schritt waren vorbereitende Untersuchungen, diese liefen im vergangenen Jahr. Der Bericht liegt im Entwurf vor und wird nun beim Kieler Innenministerium eingereicht, das die Fördermittel vergibt. Der Abschluss ist ein Beschluss der Ratsversammlung, mit dem ein Sanierungsgebiet festgelegt wird. Vorgeschlagen ist eine Fläche von rund 30 Hektar.


welche mängel sieht der Bericht?

Jede Menge. Schon die Zusammenfassung im Berichtsentwurf füllt mehr als zwei Seiten. Schlagworte: städtebaulich ungeordnet, Hinterhof-Situation am Theater, „nur wenige Bezüge zur einst florierenden Stadt am Wasser“, hoher Modernisierungsbedarf bei den Gebäuden, wenig Aufenthaltsqualität bei den öffentlichen Grünflächen und Plätzen, schlechte Verkehrssituation und Verbindungen, unzureichende Barrierefreiheit.


gibt es auch positives?

Der Bericht sieht bei aller Kritik viele Potenziale. Dazu zählt eine gute Ausgangslage für den Handel dank der „Knochenstruktur“ mit dem künftigen Behrens & Haltermann in der Breiten Straße und dem Holstein-Center. Es gebe auch große Flächen für Wohnraum in der Innenstadt, und die untergenutzten Plätze und Freiflächen böten Chancen, die Aufenthaltsqualität zu steigern.


wo soll gehandelt werden?

Mit dem Bericht ist ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept erstellt worden. Die Liste der Empfehlungen ist lang und greift die Mängel auf. Hohe Priorität haben das Theaterumfeld, der La-Couronne-Platz, eine kompakte Fußgängerzone sowie die Umgestaltung von unterer Breiter Straße und oberer Feldschmiede zu Wohn- und Geschäftsstraßen. Thema sind auch schönere Eingangsbereiche für die Innenstadt und eine Verlegung des ZOB. Ein Verkehrsgutachten wird gerade erstellt. Vorgesehen ist im Konzept auch ein Flächenmanagement unter Regie der Stadt, um die Entwicklung steuern zu können. Im künftigen Sanierungsgebiet stehen aber auch für Privatleute Fördergelder bereit. Bettina Bühse: „Es gehört dazu eine große Bereitschaft der Eigentümer, den Prozess positiv zu begleiten.“

was ist mit der störschleife?

Kurz vor Weihnachten hat die Ratsversammlung das Projekt explizit im Konzept verankert: Ziel sei, die Störschleife mit tideunabhängigen künstlichen wasserbaulichen Anlagen nachzubilden“. Das Wichtigste sei nun der geplante städtebauliche Ideen- und Realisierungswettbewerb, so die Bauamtsleiterin. Die Bürger sollen dabei intensiv beteiligt werden, so der Ratsbeschluss auf Antrag der großen Koalition. Wenn danach deutlich konkretere Informationen vorliegen, folgt ein Bürgerentscheid. Der Wettbewerb wird die südliche Innenstadt behandeln, gefragt sind viele Disziplinen vom Stadtplaner bis zum Wasserbauer. „Das wird ohne interdisziplinäre Teams nicht gehen“, sagt Marc Springer, Leiter der Stadtplanungsabteilung. Auch ein Sanierungsträger muss gefunden werden, der das bis 2030 angelegte Verfahren begleitet. Alles sei ein „langer, komplexer Prozess“.

   Jedes einzelne Vorhaben müsse auch noch vom Kieler Ministerium abgesegnet werden, sagt Bettina Bühse. Realistisch seien daher wohl erste Bauarbeiten im Frühjahr 2019: „Je sorgfältiger wir planen, desto schneller sind wir nachher in der Umsetzung.“

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