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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 14:11 Uhr

Stadtplanung : Pläne für altes Schulgebäude

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bauausschuss in Brunsbüttel will vor einer Entscheidung erst das Bürgervotum zum Neubau der Gemeinschaftsschule abwarten.

Seit langem wünscht sich die Volkshochschule der Schleusenstadt mehr Platz. Die derzeitigen – gemieteten – Räume samt Geschäftsstelle an der Max-Planck-Straße genügen längst nicht mehr. Und sie sind nicht behindertengerecht erreichbar. Hinzu kommt: Der VHS fehlt zunehmend Platz für die stark nachgefragten sportlichen Angebote und Gesundheitskurse am Vormittag. Die Lösung liegt in der Bojestraße: Das Gebäude der Gemeinschaftsschule. Das würde frei werden, wenn die Schule beim Bildungszentrum neu gebaut wird. Gegen diesen Beschluss der Ratsversammlung allerdings wollen CDU und FDP ein Bürgerbegehren anschieben. Noch bis Ende September werden Unterschriften gesammelt. Grund genug für den Bauausschuss am Dienstagabend, keine Entscheidung über einen Entwurf zur Nachnutzung der Gemeinschaftsschule zu fällen. Einvernehmlich entschieden die Fraktionen, die vom Bauamt ausgearbeitete Skizze samt erster Kostenkalkulation lediglich zur Kenntnis zu nehmen.

Es geht aber nicht nur um den Raumbedarf der Volkshochschule. Auch das bislang im ehemaligen Schulgebäude auf der Südseite untergebrachte Stadtarchiv ist eingeengt. Die derzeit 210 Quadratmeter genügen nicht mehr. Bürgermeister Stefan Mohrdieck erinnerte daran, dass das Archiv vom Gesetzgeber als Teil der Stadtverwaltung vorgesehen sei. Mehr räumliche Nähe zum Rathaus wäre wünschenswert, so der Verwaltungschef. Idealer Standort wäre die Bojestraße. Damit könnten sich im Idealfall VHS und Stadtarchiv die 3400 Quadratmeter in der jetzigen Gemeinschaftsschule teilen. Wobei die Volkshochschule etwa 2600 Quadratmeter bekommen könnte, das Archiv käme im Erdgeschoss des Trakts an der Böttcherstraße unter. Dieses vom Bauamt entwickelte Szenario dürfte rund 2,34 Millionen Euro kosten. Denn das Schulgebäude müsste für die neue Nutzung umgebaut werden und bräuchte, so Bauamtsleiterin Astrid Gasse, drei Aufzüge. Denn behindertengerecht angelegt ist die Schule nicht. Einsparen ließen sich bei der VHS jährliche Mietkosten über knapp 59 000 Euro. „Wir machen das nicht, weil die Schule frei werden könnte“, betonte Mohrdieck. Die Stadt müsse sich ohnehin Gedanken machen um die Zukunft von VHS und Stadtarchiv.

Grünen-Ratsherr Christian Barz gefiel das nicht. „Diese Investition fahre ich in 50 Jahren nicht wieder ein“, kritisierte er. Vielmehr müsse überlegt werden, ob das teilweise unter Denkmalschutz stehende Schulgebäude nicht auch an einen Privatinvestor verkauft werden könnte. Dazu fehle ein Wertgutachten, erklärte Gasse. Dies ließe sich aber, da die Schule zum als schützenswert eingestuften Beamtenviertel gehöre, untersuchen. Ein Abbruch übrigens kommt laut Bauamt gar nicht in Frage. Das teilweise über 100 Jahre alte Gemäuer ist als Kulturdenkmal eingestuft.

„Was wollen wir? Soll die VHS wirtschaftlich arbeiten und sich entwickeln können?“, fragte der Bürgermeister. Alternativen zur angedachten Nutzung seien immer denkbar. Aber die Volkshochschule brauche Perspektiven. Das unterstrich Sabine Mewes (SPD): „Das Gebäude wäre perfekt für die VHS.“

Und auch für das Stadtmanagement gäbe es dort Platz: in der ehemaligen ehemaligen Hausmeisterwohnung. Das könnte die Raumnot im Rathaus entzerren, erklärte der Verwaltungschef.

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erstellt am 28.Aug.2014 | 05:00 Uhr

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