Wirtschaftsausschuss : Piratenpartei fordert Stadtmanager

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Dr. Siegfried Hansen strebt eine große Lösung an. Erfordert einen Stadtmanager für verschiedene Aufgaben.

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14. November 2013, 05:00 Uhr

2017 kann Glückstadt seinen 400. Geburtstag feiern. Dafür ist eigens die Einsetzung eines Kümmerers im Gespräch, also eines Mitarbeiters, der sich ausnahmslos mit der Vorbereitung dieser 400-Jahr-Feier beschäftigen soll. „Dafür sind erste Entscheidungen nötig für Teilbereiche, wo es Geld kostet“, mahnte Bürgermeister Gerhard Blasberg im Wirtschaftsausschuss der Elbestadt an. Er selbst regte aus Kostengründen eine „interne Lösung“ an, obwohl er „noch lieber eine externe Lösung anstrebe“. Und wenn die Stelle extern besetzt werden sollte, müsse man entscheiden, ob diese ausgeschrieben werden solle oder nicht.

Diese Entscheidungen blieben aber im Wirtschaftsausschuss, der unter Vorsitz von Hans-Georg Helm (CDU) tagte, weiterhin offen. In ein ganz neues Fahrwasser möchte der Abgeordnete der Piratenpartei, Dr. Siegfried Hansen, die Diskussion steuern. In einem schriftlich formulierten Antrag plädierte er dafür, die Kostenstellen für den Kümmerer (30 000 Euro), für den Werkvertrag Organisator Docke (12 750 Euro), für das Citymanagement (70 000 Euro) und für die Wirtschaftsförderung (7300 Euro) auf Null zu setzen und die frei werdenden Gelder von 120 000 Euro für einen hauptamtlichen Stadtmanager einzusetzen.

Die unterschiedlichen Aufgaben für Kümmerer, Docke, Citymanagement und Wirtschaftsförderung zusammenzuführen, bezeichnete CDU-Stadtvertreter Krafft-Erik Rohleder allerdings als „sehr verwegen und nicht zielführend“. Es gehe darum, aus drei Themenfeldern das Beste für Glückstadt zu erreichen. Es werde aber schwer werden, einen Menschen für alle drei Bereiche zu finden. Für Stefan Goronczy (FDP) kam der Piraten-Antrag „etwas überraschend“. Auch er hielt es für schwer realisierbar, die ganz unterschiedlichen Kompetenzen und Qualifikationen auf einer Person zu vereinen. „Das ist mir noch zu unausgegoren“, plädierte er für eine interne Lösung.

Für die Aufgabe eines Stadtmanagements hat sich der Glückstädter Unternehmensberater und Coach Erwin Büsing angeboten. Er möchte, wie er im Ausschuss darlegte, „den Zug Stadtjubiläum“ in Fahrt bringen. Einsteigen müssten die Leute selbst, die Ideen müssten von innen heraus, also aus dem Kreis der Gewerbetreibenden kommen. Er werde versuchen, als Coach wichtige Impulse zu vermitteln, und seine Kraft einsetzen, damit der Zug auch das Ziel erreiche.

Für das Jahr 2014 legte Büsing einen Vorschlag für den Projektablauf vor: Im ersten Quartal Kontakte aufbauen, im zweiten Quartal Partner und Initiatorengruppen erschließen, im dritten Quartal konkrete Ideen und Aktionen entwickeln und im vierten Quartal den Aktionsplan umsetzen. Er werde versuchen, Unternehmen zu finden, die mitmachen wollen und können.

Horst Meiners (CDU) möchte den Citymanager als Bindeglied von Handel, Gewerbe und Verwaltung verstanden wissen. Stefan Goronczy zeigte auf, dass sich ein Citymanager auch um die Leerstände im Stadtgebiet kümmern und Ideen entwickeln sollte, was zu tun sei, um die Rahmenbedingungen zu verbessern. Lüder Busch wünschte sich vom Stadtmanagement ein „modulhaftes Vorgehen“, um Themenblöcke abzuarbeiten, inhaltlich zu beschreiben und damit eine gewisse Struktur zu schaffen – zum Beispiel für Leerstandsmanagement und Kundenbindung. Rohleder forderte eigene Ideen der Geschäftsleute ein. Es sei nicht Aufgabe der Politik, Themenblöcke zu erfinden. Am Ende blieb eine abschließende Beschlussfassung aus.

Bürgermeister Blasberg wünschte sich eine tiefgreifende Diskussion in den Fraktionen und eine Entscheidung „im frühen Januar, um sich in den drei offenen Punkten zu positionieren“. Dann soll auch über den Piraten-Antrag entschieden werden. Darin wird außerdem ein jährliches Fest für Neubürger und Ehrenamtler nach dem Vorbild der Stadt Krempe angeregt. Ebenso kam es zu keinem Beschluss über das Einzelhandelskonzept der CIMA. Deutlich wurde allerdings eine gewisse Unzufriedenheit des Ausschusses, die Horst Meiners in seiner Kritik zusammenfasste: „Das kann man in die Tonne treten.“



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