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Berendsen-Gelände : Piraten für neues Einkaufszentrum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Dr. Siegfried Hansen fordert von den anderen Parteien eine Entscheidung zugunsten des Standortes an der Stadtstraße.

von
erstellt am 18.Apr.2014 | 17:00 Uhr

Eine Entscheidung für das Berendsen-Gelände als Einkaufszentrum – das fordern die Piraten. Dr. Siegfried Hansen, Fraktionsvorsitzender der Piraten, sagt, dass es monatelange Beratungen mit Investoren, Gutachtern und Verwaltung gegeben habe. Doch die anderen Parteien könnten sich nicht entscheiden, welcher Einzelhandelsstandort in Glückstadt zuerst entwickelt werden soll. Wie berichtet, gibt es für das ehemalige Kasernengelände bereits einen gültigen Bebauungsplan für ein Einkaufszentrum. Für das ehemalige Wäschereigelände an der Stadtstraße allerdings noch nicht. Dort ist von Investoren ein Einkaufszentrum auf rund 1,5 Hektar geplant.

„Mir ist völlig unverständlich, warum nicht schon längst eine Entscheidung pro Berendsen-Gelände gefallen ist“, äußert sich Dr. Hansen in einer Pressemitteilung. Er beruft sich auf ein Gutachten der CIMA, welches in der Stadtvertretung im April 2013 einstimmig beschlossen worden sei. Dieses Regionale Einzelhandelskonzept stelle die Grundlage und den Leitfaden für die Ansiedlung von Einzelhandelsbetrieben vor. Laut CIMA sei der Standort des ehemaligen Wäschereigeländes erste Wahl vor dem Kasernengelände. Und Hansen weist darauf hin, dass „unerwünschte“ Ladengeschäfte ausgeschlossen werden können. Dazu zählen zum Beispiel Schuhgeschäfte und Ein-Euro-Shops.

Glückstadt bekäme ein modernes Einkaufszentrum in städtebaulich integrierter Lage mit einer ausgezeichneten Verkehrsanbindung und einer fußläufigen Anbindung an die historische Innenstadt, sagt Hansen. „Dieses Einkaufszentrum hätte eine positive Verbundwirkung zum vorhandenen Einzelhandel. Es wäre keine Konkurrenz für den innerstädtischen Handel. Ganz im Gegenteil, es wäre Ergänzung und Stärkung – zumal auch zirka 30 neue Arbeitsplätze geschaffen würden.“ Zudem könnten die Märkte Edeka und Aldi aus der Christian-IV-Straße dorthin umziehen. Dass die dann leer stehenden Immobilien ein Problem darstellen, sieht der Politiker nicht. Dort könnten Fachmärkte einziehen, die nicht in Konkurrenz zu heimischen stehen. „Dänisches Bettenlager, ein Tierfuttermarkt oder ein Baumarkt wären mögliche Interessenten.“ Gegner des Berendsen-Projekts würden mit der Angst vor der Ansiedlung anderer Märkte argumentieren. „Laut CIMA ist diese Sorge aber unbegründet, da die Verkaufsfläche dort viel zu gering sei und Edeka sowieso noch einen gültigen Mietvertrag für einige weitere Jahre habe.“

Auch ein „ Zuwarten“, wie seitens der Glückstädter Verwaltung gefordert, führe in die falsche Richtung, sagt der Stadtvertreter. „Dann würden sich mit ziemlicher Sicherheit alsbald Betriebe mit innenstadtrelevanten Sortimenten im Marineviertel ansiedeln und die Innenstadt schwächen.“

Aus seiner Sicht hätten SPD, CDU und FDP längst eingesehen, dass ihr Beschluss zur Ansiedlung von Einzelhandel im Marineviertel ein Fehler gewesen sei. „Sie sollten sich jetzt dazu auch öffentlich bekennen. Mittlerweile drängt die Zeit.“ Er habe gehört, dass Aldi – sollte bis Ende Juni keine Entscheidung zum Thema Berendsen-Gelände gefallen sein – Fakten schaffe. „Sie werden die bereits genehmigte und vertraglich abgesicherte Verlagerung des Aldi Marktes in das Marineviertel in Angriff nehmen. Und die beiden vorhandenen Standorte im Tegelgrund und der Christian-IV-Straße werden schließen.“

Die Piraten wollen deshalb das Thema „Einkaufszentrum auf dem Berendsen-Gelände“ auf die Tagesordnung des nächsten Wirtschaftsausschusses am 20. Mai „zur finalen Beratung setzen“ lassen. „Das Thema ist entscheidungsreif“, sagt Dr. Hansen. Nach seinem Kenntnisstand sind SPD und Piraten für dieses Einkaufszentrum, die CDU und Grünen dagegen, die FDP sei noch unentschieden. „Gegen Fortschrittsfeindlichkeit, persönliche Animositäten und Eigeninteressen sowie den Einfluss lokaler Akteure bei den Grünen und CDU helfen keine Sachargumente mehr, diesen aussichtslosen Kampf habe ich aufgegeben. Ich fordere die FDP auf, sich zum Wohle Glückstadts klar zu positionieren.“ Es könne nicht Sinn sein, dass Glückstädter mangels Attraktivität und Angebot nach Elmshorn zum Einkaufen fahren. „Eine weitere monatelange Hängepartie können wir uns auch gerade im Zeichen des demographischen Wandels nicht leisten. Wir müssen Glückstadt, wie auch vom Zukunftskonzept Daseinsfürsorge gefordert, als Einkaufsstandort und Wohnort stärken.“

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