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Norddeutsche Rundschau

22. August 2017 | 09:52 Uhr

Kollmar : Piraten fordern Hunde-Zonen

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Alexander Milosavljevic und Harro Burghold sehen in den freilaufenden Vierbeinern am Bielenberger Strand und im Naturschutzgebiet ein Problem.

Im Internet werden Leute gesucht, die Hundefreundschaften eingehen möchten. Treffpunkt: der Hafen von Bielenberg. Das Problem aus Sicht von Alexander Milosavljevic und Harro Burghold ist, dass es sich um gefährliche Hunde handelt. Aufgerufen werde am Wochenende zu regelrechten Hundekämpfen. Das haben die beiden Politiker der Piratenpartei recherchiert.

Milosavljevic, Sprecher der Piratenpartei im Kreistag, und Burghold, Mitglied der Glückstädter Piraten, fordern die zuständigen Behörden zum Handeln auf. Weiterhin wollen sie auf politischer Ebene dafür plädieren, dass kreisübergreifend Zonen eingerichtet werden, in denen Hunde frei herumlaufend können. Denn die Situation am Bielenberger Hafen und Strand sowie im angrenzenden Naturschutzgebiet ist kein Einzelfall.

Dass es dort viele freilaufende Hunde gibt, ist kein neues Problem. Neu ist aber aus Sicht der Piraten, dass mehr gefährliche Vierbeiner herumlaufen. Alexander Milosavljevic hat selbst erlebt, wie ein Hund seinen neunjährigen Sohn angriff, als der auf dem Radweg fuhr. „Auch meine siebenjährige Tochter wurde zweimal angegriffen“, sagt der Kollmaraner. „Es gibt keine Einsicht bei den Hundehaltern.“ Zu Antwort bekam er in Bezug auf seinen Sohn. „Soll er doch absteigen.“ Das Problem seien die freilaufenden Hunde. Burghold: „Es gibt auch welche, die führen ihre Hunde an der Leine.“ Beide Politiker haben sich mit ihrem Anliegen an die Behörden gewandt. Es gab ein Treffen, an dem Kollmars Bürgermeister Klaus Kruse, Vertreter des Landesamtes für Küstenschutz (LKN) und vom Amt Horst-Herzhorn. Gegenüber unserer Zeitung wollten sich alle noch nicht äußern. Johannes Oelerich, Chef des LKN, verweist auf einen Pressetermin Mitte April, wo Maßnahmen dazu veröffentlicht werden sollen. Diesen Termin wollen auch die anderen abwarten.

Aus Sicht der beiden Piraten ist das Gebiet, das bis Glückstadt reicht, für Hundehalter zum rechtsfreien Raum geworden. „Früher gab es einen Polizisten in Kollmar“, sagt Milosavljevic. Er hätte allein durch seine Anwesenheit präventiv gewirkt. „Jetzt kommt die Polizei erst, wenn jemand gebissen wird. Der Unternehmer, der in der Nähe des Bielenberger Hafens wohnt, hat beobachtet: Es kommen auch Autos aus dem Pinneberger Raum, um die Hunde in Kollmar frei laufen zu lassen. Deshalb sehen sie das Problem auch kreisübergreifend. „Das Thema geht uns alle an“, sagt Milosavljevic. Offensichtlich gibt es zu wenig Auslauffläche für Hunde.

„Unser konkreter Vorschlag ist: Zonen für einen Hundeauslauf zu schaffen. Und das über die Grenzen der Kommunen hinaus“, sagt Milosavljevic. Deshalb will er das Thema im Kreistag einbringen. „Wir bezwecken damit rechtsfreie Räume zu beseitigen. Wir wollen aktiv Zonen bewerben.“ Aus seiner Sicht ist bei diesem Problem der Bürger gefragt.

Denn sonst könnte es zum Beispiel passieren, dass das LKN den Strand von Bielenberg für die Öffentlichkeit sperrt. Aber auch die Schafe müssten geschützt werden, weil sie für einen sicheren Deich sorgen. Sie halten das Gras kurz und treten den Boden fest. Für das Naturschutzgebiet besteht schon das Verbot, dort hineinzugehen. Aber auch daran halten sich nicht alle.

Die beiden Piraten hoffen jetzt, dass die Behörden handeln werden.

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erstellt am 06.Apr.2016 | 05:00 Uhr

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