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Datenerfassung über Fahrweise : Pilotprojekt der Itzehoer Versicherungen: Günstige Tarife für gute Autofahrer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Versicherungen testen ein Telematik-System, um das Fahrverhalten von Autofahrern zu kontrollieren. Die Daten sollen Grundlage von Verträgen werden.

Rechtzeitig bremsen. Sanft lenken. Defensiv fahren – und das möglichst zu wenig unfallträchtigen Zeiten. All das kann sich in Zukunft für Versicherungsnehmer direkt auszahlen. Die Itzehoer Versicherungen testen in einer Pilotphase ein Telematik-System, mit dem Daten über die Fahrweise erfasst und übertragen werden. Daraus sollen individuelle Verträge entwickelt werden: „Am Ende des Jahrzehnts wird der Autofahrer den Tarif bestimmen“, sagte in der Bilanzpressekonferenz am Montag der Vorstandsvorsitzende Uwe Ludka.

Das Übertragungsgerät ist so groß wie eine Streichholzschachtel, als Partner ist die Deutsche Telekom dabei. Es kann Schäden vermeiden, indem es den Fahrer warnt, bei Unfällen Hilfe alarmieren und deren schnelle Abwicklung bei der Versicherung unterstützen.

Doch vor allem sind die erfassten Daten wichtig für die Verträge. Aus ihnen wird ein Punktwert errechnet: 0 für weniger vorsichtige, 100 für sehr vorsichtige Fahrer. Das Ergebnis, so Ludka: „Günstigere Tarife für gute Fahrer.“ Damit seien die Itzehoer in der Branche weit vorn dabei, sagte Diegel. Letztlich sei es eine Fortentwicklung des Systems der Schadenfreiheitsklassen, ergänzte Thomsen.

Der Nutzung der Daten stimmt der Kunde mit dem Vertrag zu. Übermittelt wird nicht alles – der konkrete Standort zum Beispiel nur bei einem Notruf. Das sensible Thema wird auch in der Beiratssitzung im Mai behandelt: Dann kommt der Landes-Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert.

300 Geräte sind im Moment im Einsatz, eine zweite Testphase läuft laut Ludka von November bis Ende 2016. Erst danach sind Tarife auf der Basis von Telematik zu erwarten.

Die Zahlen, die Ludka mit seinen Vorstandskollegen Frank Thomsen und Frank Diegel bei der Bilanzpressekonferenz präsentierte, waren noch unter der Ägide seines Vorgängers Wolfgang Bitter erwirtschaftet worden – und sie belegten wieder eine „sehr, sehr ordentliche Entwicklung“, so Ludka. In allen Bereichen verbuchte das Unternehmen Zuwächse, bei den Beiträgen wuchsen die Itzehoer mehr als doppelt so stark wie die gesamte Branche. In diesem Jahr werden vergleichbare Zahlen angepeilt, so sollen die Beiträge auf 405 Millionen Euro zunehmen.

Parallel wird investiert: Das Büro- und Konferenzgebäude wird am 21. Mai eingeweiht, große Parkplatzflächen entstehen, und die Itzehoer haben einen Bauantrag gestellt, um in Köln in der Nähe des Flughafens ein Bürogebäude zu errichten. Ab 2017 soll es unter anderem durch die Direktvertriebstochter AdmiralDirekt genutzt werden.

Das Umfeld bringe immer mehr Technisierung, mehr Kontrolle und stärker individualisierte Tarife, so Ludka. Die Reaktion der Itzehoer: „Stärken stärken.“  Damit meint er das Netz an Vertrauensleuten sowie die Sparte der Kraftfahrzeug-Versicherungen. Aus ihr stammen deutlich mehr als die Hälfte der fast 2,2 Millionen Verträge bei der Itzehoer, der Marktanteil in Deutschland liegt inzwischen bei 1,25 Prozent. Er soll wachsen, gestützt auch auf das Telematik-Projekt.

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erstellt am 21.Apr.2015 | 05:00 Uhr

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