Schule : Pilotprojekt: Aus der Sprachförderung ans Gymnasium

Das DaZ-Team an der KKS (v. l.): Christoph Richter, Luisa Kampmeyer, Inga Noack und Christian Schürmann.
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Das DaZ-Team an der KKS (v. l.): Christoph Richter, Luisa Kampmeyer, Inga Noack und Christian Schürmann.

Kaiser-Karl-Schule und Klosterhof-Schule in Itzehoe kooperieren bei Deutsch als Zweitsprache für Neubürger.

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15. Juli 2015, 05:00 Uhr

Die Kooperation zwischen der Kaiser-Karl-Schule und der Klosterhof-Schule wird noch enger – und profitieren sollen dabei Neubürger, die die deutsche Sprache noch nicht beherrschen. Künftig gibt es auch an dem Gymnasium eine Förderung im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ).

Die benachbarte Gemeinschaftsschule ist DaZ-Zentrum für die weiterführenden Schulen. Hans-Joachim Keßler leitet die Klasse und stellt fest: „So viele Schüler wie in diesem Jahr haben wir noch nie gehabt.“ 26 sind es im Alter von 11 bis 16 Jahren, die nach ihren Sprachkenntnissen auf zwei Kurse aufgeteilt wurden. Auch in Zukunft bleibt die Klosterhof-Schule die Anlaufstelle – aber die KKS ist als Partner mit im Boot.

Auslöser war der Flüchtlingsstrom, sagt die stellvertretende KKS-Leiterin Monika Rohweder: „Da müssen wir auch helfen und aktiv werden.“ Deshalb können Schüler, die schnell Deutsch lernen und das Potenzial mitbringen, nun an das Gymnasium wechseln. Ein Achtklässler aus Russland und eine Sechstklässlerin aus Syrien machten den Anfang. Das Ziel sei immer weniger Unterricht in der DaZ-Klasse und immer mehr in der Regelklasse, sagt Keßler. „Der große Vorteil ist, dass ältere Schüler, die nach dem Schulsystem einfach rausfallen würden, die Chance bekommen, es doch noch am Gymnasium zu versuchen.“

Die DaZ-Schüler erhalten an der KKS zehn bis zwölf Stunden Deutschunterricht pro Woche, nehmen ansonsten am Regelunterricht teil. Das „wirkliche Pilotprojekt“ weckte laut Rohweder Begeisterung im Ministerium und stützt sich auf vier Lehrer mit DaZ-Qualifikation an der KKS. Einer von ihnen ist Christoph Richter, und er betont: „Das macht noch kein anderes Gymnasium in Schleswig-Holstein.“ Die Förderung gehe weiter, sagt die stellvertretende Schulleiterin: „Die Kinder müssen in die Klassengemeinschaft integriert werden.“ Umso mehr freut sie der einstimmige Beschluss der Schulkonferenz. Im kommenden Schuljahr werde mit 15 Schülern gerechnet – diese könnten auch aus den DaZ-Zentren in Wilster oder Schenefeld kommen.

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