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Glückstadt : Pferd ist Sportgerät: Stadt muss Zuschuss an Reitverein zahlen

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Die Politik beugt sich dem Gesetz und stimmt Sportförderung zu.

von
erstellt am 02.Dez.2016 | 17:00 Uhr

Ist das Pferd ein Tier oder ein Sportgerät? Rund fünf Jahre wurde im Prinzip in der Politik darüber diskutiert, ob die Stadt dem Reitverein ein neues Pferd finanzieren muss – beziehungsweise einen Zuschuss. Die SPD hatte dazu im vergangenen Jahr eine klare Haltung: Geld für lebende „Sportgeräte“ gibt es nicht. Deshalb sollten auch die Sportförderungsgrundsätze der Stadt Glückstadt dahingehend geändert werden.

Doch jetzt mussten sich die Politiker eines Besseren belehren lassen. Die Sportförderungsgrundsätze der Stadt Glückstadt werden nicht geändert – so das Abstimmungsergebnis im Sozialausschuss. Der Reitverein wird Zuschüsse für Pferd und Pony bekommen können. Diese Empfehlung hatte Glückstadts Bürgermeisterin Manja Biel aus Verwaltungssicht auch den Politikern bereits im Sozialausschuss im September gegeben. Jetzt wurde der Fall im Ausschuss erneut diskutiert. Siegfried Hansen (Piraten) dazu: „Der Punkt ärgert mich, aber wir müssen uns an das Gesetz halten.“ Denn das Gesetz hatte Manja Biel angeführt. Pferde gelten vor dem Gesetz als Sache.

Bei Sportgeräten können die Antragsteller übrigens auf einen Zuschuss von bis zu einem Drittel der Beschaffungskosten hoffen. Förderfähig sind Geräte und Ausrüstung in einem Preissegment von 500 bis höchstens 2000 Euro. Zugrunde gelegt wird die Anzahl der Mitglieder in einem Verein.

Über Jahre hatte der Reitvereinsvorsitzende Bernd Siems darum gekämpft, dass der Verein weiterhin Zuschüsse für Pferde und Ponys bekommt. Eingeschaltet hatte sich zu dem Thema auch der Pferdesportverband Schleswig-Holstein auf Anfrage von Siems. In einem Schreiben an die Stadt spricht der Geschäftsführer des Verbandes, Matthias Karstens, von einer „Gleichbehandlung aller Sportvereine und Sportarten“. Zudem heißt es: Es ist Fakt, dass sich der Pferdesport ohne Pferd nicht ausüben lässt, es ist für den Reiter ebenso unerlässliche Notwendigkeit, wie der Ball für einen Fußballer.“

Auch weißt Geschäftsführer Matthias Karstens daraufhin, dass der Pferdesportverband den Begriff „ungern für unseren Sportpartner Pferd“ gebraucht. Trotzdem gelten Pferde vor dem Gesetz als Sache – insofern sei der Sprachgebrauch „Sportgerät“ richtig.

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