Benefiz-Sammlung : Pfand-Deckel gegen Kinderlähmung

Wollen mit bunten Deckeln helfen (von links): Rüdiger Freiwald, AWD-Geschäftsführer Dirk Sopha und Jörg Lassen, Präsident des Rotary Club Brunsbüttel. Mit im Boot sind bereits die Edeka-Märkte von Frauen.
Wollen mit bunten Deckeln helfen (von links): Rüdiger Freiwald, AWD-Geschäftsführer Dirk Sopha und Jörg Lassen, Präsident des Rotary Club Brunsbüttel. Mit im Boot sind bereits die Edeka-Märkte von Frauen.

Brunsbütteler Rotarier und die Abfallwirtschaft Dithmarschen starten eine gemeinsame Initiative und unterstützen eine Impfaktion der Bill Gates Stiftung.

shz.de von
23. Januar 2015, 05:03 Uhr

Kinderlähmung ist in Europa schon seit langer Zeit kein Thema mehr. In einigen Ländern dieser Welt erkranken aber immer noch Kinder an der unheilbaren Krankheit. Afghanistan, Pakistan sowie Nigeria gehören dazu. Nach wie vor ist die Bevölkerung akut von Polio-Viren bedroht. Bereits seit 1985 unterstützt Rotary International Hilfsorganisationen und arbeitet dafür mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem Kinderhilfswerk UNICEF sowie der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC zusammen.

„Deckel gegen Polio“ heißt die jüngste Aktion, der sich auch die Dithmarscher anschließen. Federführend ist der Rotary Club Brunsbüttel, der die Abfallwirtschaft Dithmarschen (AWD) mit ins Boot holte und so eine optimale Logistik zur Umsetzung des Projekts hat. Die Idee ist ganz einfach. Statt die Plastikdeckel von Saft- oder Wasserflaschen wegzuwerfen oder zum Recyceln zu geben, werden sie gesammelt und als wertvoller Rohstoff vom Rotary Club verkauft. Kunststoffverschlüsse bestehen aus Polyethylen – einem hochwertigen Material, das recycelt werden kann. Rund zwei Gramm wiegt ein Deckel. 500 werden benötigt, um die Kosten einer Impfung zu bezahlen. Das Geld fließt in das PolioPlus-Projekt, das von der Bill &Melinda Gates Stiftung finanziell unterstützt wird. Für die AWD und den Rotary Club geht es aber nicht nur darum, Gelder für eine Impfaktion zu sammeln. Die Menschen sollen für das Thema auch sensibilisiert werden.

Abgegeben werden können die Deckel bei allen Recyclinghöfen der AWD und beim Supermarkt Frauen, von dem das Projekt unterstützt wird. Das soll erst der Anfang sein. Jörg Lassen, Präsident des Rotary Club Brunsbüttel, und sein designierter Nachfolger Rüdiger Freiwald wollen noch weitere Supermärkte mit ins Boot holen sowie Paten wie die Kantine im Heider Kreishaus gewinnen, die eine Tonne aufstellen und sich darum kümmern, dass sie gelehrt wird. Und die Brunsbütteler wollen den Heider und den Itzehoer Rotary Club noch davon überzeugen, sich an der Aktion zu beteiligen. „Wir wollen unserer Netzwerk sukzessive ausbauen“, so Lassen.

In das Konzept der AWD passt die Aktion gut rein. Beim „abfallwirtschaftlichen Handeln dem sozialen Engagement verpflichtet sein“ – so beschreibt Geschäftsführer Dirk Sopha die Maxime. In einem Selbstversuch hat er sich mit dem Thema auseinander gesetzt. Innerhalb von sechs Wochen sammelte seine fünfköpfige Familie immerhin 740 Deckel. Das reicht für eine Impfung. „Wir wollen im Kleinen etwas fürs Große machen“, erklärt Sopha das Engagement für das Projekt.

Erste Erfahrungen sammelten die Rotarier im Herzogtum Lauenburg-Mölln, wo innerhalb von neun Monaten 20 Kubikmeter der Deckel zusammen gekommen waren. Auch die Brunsbütteler wollen dabei mithalten. Am morgigen Sonnabend, 24. Januar, werden sie in den Supermärkten Frauen in Brunsbüttel und Marne dafür die Werbetrommel rühren.


>Liste der Abgabestellen für Kunststoffdeckel: www.awd-online.de oder ww.rc-brunsbuettel.de

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen